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Glühwein-Verbot und Ausgangsbeschränkung in Nürnberg | BR24

© BR-Studio Franken/Birkenstock, Lori

Die Stadt Nürnberg führt wegen der stark gestiegenen Corona-Inzidenz-Zahlen eine strikte Ausgangsbeschränkung und ein Alkoholverbot für die Innenstadt ein.

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Glühwein-Verbot und Ausgangsbeschränkung in Nürnberg

Die Stadt Nürnberg führt wegen der stark gestiegenen Corona-Inzidenz-Zahlen eine strikte Ausgangsbeschränkung und ein Alkoholverbot für die Innenstadt ein. Außerdem soll an weiterführenden Schulen ab nächstem Montag Wechselunterricht stattfinden.

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Von
  • Simone Schülein
  • Henry Lai

Als Reaktion auf die stark gestiegenen Inzidenz-Zahlen hat die Stadt Nürnberg verschärfte Maßnahmen angekündigt. In der zweitgrößten Stadt Bayerns gilt ab sofort unter anderem eine allgemeine Ausgangsbeschränkung, erklärte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) bei einer Pressekonferenz. Nur wer einen triftigen Grund habe, dürfe sich draußen aufhalten. Das heißt, Einkaufen oder zur Arbeit gehen ist erlaubt. Ein triftiger Grund ist auch, Menschen, die in Krisensituationen sind, zu besuchen oder zu helfen. Diese neue Allgemeinverfügung gilt vorerst bis zum 20. Dezember 2020.

Wechselunterricht an Nürnbergs Schulen ab 7. Dezember

"Bitte bleiben Sie wenn möglich zuhause", so Oberbürgermeister König. Ab dem 7. Dezember gehen die Nürnberger Schulen außerdem in den Wechselunterricht. Das heißt, dass die Klassen geteilt und abwechselnd vor Ort und im Distanzunterricht geschult werden. Das gilt ab kommenden Montag für alle Schüler ab der 5. Klasse – ausgenommen sind lediglich Förderschulen sowie Abschlussklassen.

Kitas und Spielplätze bleiben geöffnet

Unterdessen soll die Betreuung in Kindertageseinrichtungen möglichst aufrecht erhalten werden, wie sie derzeit gilt. Dies sei wichtig, um die Familien zu unterstützen, so Elisabeth Ries von der Stadt Nürnberg. Freizeiteinrichtungen wie Spielplätze sollen außerdem offen bleiben, allerdings sollten solche Anlagen nur alleine oder maximal zu zweit genutzt werden.

Demonstrationen und Gottesdienste weiterhin erlaubt

Demonstrationen sind in Nürnberg weiterhin erlaubt, allerdings nur noch für maximal 60 Minuten und ohne Bewegung – die Demo muss "ortsfest" sein, erklärte Rechtsreferent Olaf Kuch. Eine Teilnehmerbegrenzung gibt es nach aktuellem Stand aber nicht. Gottesdienste dürfen weiterhin unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen stattfinden. Anders als zum Beispiel in der Schule gilt hier: Am Platz dürfen Besucher ihre Maske sogar abnehmen. Weitere Beschränkungen sind nicht geplant.

Alkoholverbot in der Innenstadt

Der Bereich, in dem auch im Freien eine Maskenpflicht gilt, wird außerdem erweitert. Alkohol-To-Go wird ganztägig untersagt. "Vermeiden Sie Kontakte! Das ist jetzt ganz wichtig," so Oberbürgermeister König. Bilder aus der Innenstadt von Menschen, die einen Becher Glühwein kaufen und konsumieren, werde es nicht mehr geben können "bei diesen hohen Infektionswerten".

"Die Corona-Infektionszahlen sind leider nicht zurückgegangen", sagte König im Rückblick auf den zurückliegenden Teil-Lockdown. Tatsächlich würden Fachleute voraussagen, dass sich das Infektionsgeschehen intensivieren wird.

"Wir können in Nürnberg nicht so weitermachen." Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König

Lage der Kliniken angespannt

Insgesamt sei das Infektionsniveau in etwa drei Mal so hoch wie bei der ersten Welle im Frühjahr, so die Nürnberger Gesundheitsreferentin Britta Walthelm. Nürnberg sei "sehr weit entfernt" vom Ziel-Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Hinzu komme, dass das Infektionsgeschehen in Nürnberg sehr "diffus" sei, also dass es keinen lokalen Hotspot gebe.

Dafür sei relativ klar, von wem die Infektionen zum größten Teil verursacht werden, so Walthelm. Die Altersgruppe der 14- bis 59-Jährigen habe einen "überproportionalen Anteil". Aber auch bei den über 80-Jährigen sei Corona auf dem Vormarsch, denn das Virus breitet sich der Gesundheitsreferentin zufolge zunehmend in Pflegeeinrichtungen in Nürnberg aus. Die Lage der Kliniken sei indes "angespannt". Wenn es so weitergehe, kämen die Krankenhäuser bald "an die Grenze der Belastbarkeit."

Appell an gesunden Menschenverstand

Oberbürgermeister König räumte ein, dass die Stadt selbst viele der Maßnahmen gar nicht kontrollieren könne. Stattdessen appellierte er an den gesunden Menschenverstand der Bürger. "Ich bitte Sie, handeln Sie klug", sagte er. Man solle nicht ausreizen, was erlaubt sei. Seine Hoffnung sei, "dass wir andere Zahlen zum Weihnachtsfest" haben werden.

Laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat Nürnberg aktuell (Stand: 30.11.20, 8.00 Uhr) einen 7-Tage-Inzidenzwert von 307,31. Damit gilt die Stadt als Hotspot. Die neunte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung schreibt in diesem Fall vor, dass die zuständige Verwaltungsbehörde das öffentliche Leben herunterfahren muss, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Hier finden Sie die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen der Stadt Nürnberg

© BR

Die Stadt Nürnberg führt wegen der stark gestiegenen Corona-Inzidenz-Zahlen eine strikte Ausgangsbeschränkung und ein Alkoholverbot für die Innenstadt ein. Außerdem soll an weiterführenden Schulen ab nächstem Montag Wechselunterricht stattfinden.

Die neuen Regeln und Maßnahmen sind in der neunten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 29. November festgeschrieben. Die Bestimmungen für Reiserückkehrer regelt die aktualisierte Verordnung über Quarantänemaßnahmen.

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