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Glücksspiel: Kein Losverkauf an Kinder beim Dachauer Volksfest | BR24

© Andreas Eirainer/bildwerk

Eine Institution auf dem Dachauer Volksfest: der Glückshafen.

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    Glücksspiel: Kein Losverkauf an Kinder beim Dachauer Volksfest

    Das Dachauer Volksfest hat schon vorm Beginn seinen Aufreger: Ab sofort dürfen Kinder und Jugendliche keine Glückshafen-Lose mehr kaufen. Laut Stadt liegt das an der Regierung von Oberbayern, die Loskauf als Glücksspiel einstuft. Der OB ist sauer.

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    Die Stadt Dachau darf beim Volksfest ihre Glückshafen-Lose nicht mehr an Minderjährige verkaufen. Kinder und Jugendliche dürfen die Lose nur noch ziehen, bezahlen muss aber ein volljähriger Begleiter. Das hat ein Sprecher der Stadt dem Bayerischen Rundfunk bestätigt.

    Nur unter diesen Bedingungen habe die Regierung von Oberbayern die Genehmigung für den städtischen Glückshafen erteilt, denn es handle sich dabei um Glücksspiel.

    Das Dachauer Volksfest gehört zu den größten in Oberbayern und beginnt am kommenden Wochenende. Den Glückshafen gibt es dort bereits seit 1894 – also seit 125 Jahren.

    OB Hartmann: Öffentliche Hand macht sich lächerlich

    Das Verbot, Lose an Minderjährige zu verkaufen, kann Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) nicht nachvollziehen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass von unserem Glückshafen schon mal ein Kind glücksspielsüchtig geworden ist." Mit solchen Regelungen gebe sich die öffentliche Hand immer mehr der Lächerlichkeit preis.

    Losverkauf für soziale Zwecke

    Die Erlöse des städtischen Losverkaufs beliefen sich in den vergangenen beiden Jahren auf jeweils 74.000 Euro. Damit müssen auch Unkosten gedeckt werden. Am Ende gingen 29.000 Euro an die Bürgerspitalstiftung, jeweils 10.000 Euro an bedürftige Dachauer und in die Stiftungsrücklagen sowie 9.000 Euro an karitative Verbände.

    Andere Bestimmungen beim Roten Kreuz

    An den letzten beiden Volksfesttagen übernimmt immer das BRK den Losverkauf. In diesem Fall gelten offenbar andere Bestimmungen. Ausschlaggebend sind nach Aussagen des Stadtsprechers wohl die niedrigeren Einnahmen. Sie liegen unter 40.000 Euro.

    Verbot ist nicht neu

    Das Verbot, Lose am Glückshafen beim Dachauer Volksfest an Minderjährige zu verkaufen, erklärt die Regierung von Oberbayern mit den Jugendschutzbestimmungen im Glücksspielstaatsvertrag. Diese sind keineswegs neu. Sie gelten schon seit 2008. Seitdem hätte sich auch die Stadt Dachau bereits daran halten müssen. Allerdings war man sich dessen im Rathaus womöglich gar nicht bewusst: Der Passus, der auch den Glückshafen betrifft, steht heuer erstmals explizit im Bescheid der Regierung von Oberbayern.

    Ausnahmen für kleine Lotterien zu sozialen Zwecken

    Dem zufolge ist Glücksspiel für Kinder und Jugendliche tabu. Ausnahmen werden nur bei kleinen Lotterien für einen guten Zweck gemacht. Zwar geht der Erlös des Glückshafens an die Bürgerspitalstiftung und an bedürftige Dachauer. Aber wirklich klein ist der Glückshafen nicht. Jedes Jahr werden deutlich über 70.000 Euro eingenommen. Ausnahmen von den Bestimmungen werden aber nur bis 40.000 Euro genehmigt.