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"Gleich knallt's": Ein Besuch im Landesamt für Maß und Gewicht | BR24

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Im Bayerischen Landesamt für Maß und Gewicht sorgen die Mitarbeiter dafür, dass überall im Freistaat richtig und genau gewogen und gemessen wird. Wo könnte diese Genauigkeit wichtiger sein als bei Schusswaffen?

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"Gleich knallt's": Ein Besuch im Landesamt für Maß und Gewicht

Im Bayerischen Landesamt für Maß und Gewicht sorgen die Mitarbeiter dafür, dass überall im Freistaat richtig und genau gewogen und gemessen wird. Wo könnte diese Genauigkeit wichtiger sein als bei Schusswaffen?

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Gleich wird’s knallen im Untergeschoss eines schmucklosen 50er-Jahre-Baus irgendwo in der Münchner Innenstadt. Wo genau, dürfen wir nicht sagen, denn hier, im staatlichen Beschussamt, lagern Tausende scharfe Waffen. Sie warten auf ihre Beschussprüfung. Jetzt ist ein Gewehr dran, Waffenprüfer Bastian Kopp spannt es ein.

Dann wird die Waffe automatisch in einen kleinen separaten Raum geschoben - und jetzt sollte, ebenfalls automatisch, ein Schuss ausgelöst werden.

Fehlersuche als Routine

Doch die Waffe schießt nicht. Drei Männer suchen nach der Ursache: Waffenprüfer Kopp, sein Chef, der Leiter des Beschussamts, Andreas Unseld, und dessen Chef, der Leiter des Landesamts für Maß und Gewicht, Thomas Weberpals. Sie glauben, der Druck auf den Auslöser sei vielleicht zu gering gewesen.

Eigentlich ist das hier Routine. Jede Waffe, die in Bayern in Verkehr gebracht wird, muss vorher in einem der staatlichen Beschussämter in München oder im unterfränkischen Mellrichstadt probeweise beschossen werden. Und auch bei diesem Gewehr wüssten sie jetzt gerne, ob es stabil verarbeitet ist und sicher schießt.

Doch auch der zweite Versuch schlägt fehl. Waffenprüfer Kopp justiert die Beschussanlage noch einmal nach. Beim dritten Versuch klappt es schließlich, auch wenn es nicht laut geknallt hat, der Schuss wurde gedämpft.

Zehn Mitarbeiter prüfen jedes Jahr knapp 100.000 Waffen und Böller. Wie die Eichbeamten verrichten auch sie ihre Tätigkeit mehr oder weniger unbemerkt von der Öffentlichkeit - aber es geht ihnen, sagen sie, ja auch nicht um größtmögliche Aufmerksamkeit, sondern um größtmögliche Sicherheit.

Auch Waagen wollen gemessen werden

In Traunstein betritt Rupert Roider vom Traunsteiner Eichamt eine Metzgerei. Er zieht sich weiße Handschuhe über und packt einen Koffer mit glänzend silbernen Gewichten aus. Damit prüft er, ob die digitale Waage in der Metzgerei ordnungsgemäß funktioniert. Fünfmal hat sie bereits korrekt ein Kilogramm angezeigt. Jetzt belastet sie Roider noch mit etwas mehr als dem maximalen Gewicht, für das sie ausgelegt ist. Dann legt er noch ein paar Gramm dazu. Plötzlich schaltet sich die Waage ab, genau, wie sie sollte. Roider ist zufrieden.

220 Mitarbeiter wie Roider sind in den bayerischen Eichämtern beschäftigt. Sie überprüfen regelmäßig die Waagen in den Geschäften, die Alkohol- und Geschwindigkeitsmessgeräte der Polizei, die Zapfsäulen an den Tankstellen, und sie schauen auch stichprobenartig, ob in Fertigpackungen im Supermarkt die Mengen drin sind, die auf der Packung stehen.

In Bayern stehen pro Jahr etwa 120.000 Eichungen an. So viele, dass die Mitarbeiter nicht ganz hinterher kommen. In diesem Jahr kam noch der Corona-Lockdown dazu, sodass heuer wohl noch einmal ein paar mehr Prüfungen aufs kommende Jahr verschoben werden müssen. Aber geprüft werde früher oder später auf jeden Fall, so die Beamten.

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Bei der Prüfung zerborstener Lauf einer Waffe.

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Landesamtsleiter Thomas Weberpals in seinem Büro.