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Glauber will nach Kuhskandal 25 neue Tierärzte einstellen | BR24

© BR/Arne Wilsdorff

Kuhskandal im Umweltausschuss

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Glauber will nach Kuhskandal 25 neue Tierärzte einstellen

Nach den Tierquälerei-Vorwürfen gegen einen Allgäuer Milchviehbetrieb will die Staatsregierung die Überwachung für solche Großbetriebe neu organisieren. Verbraucherschutzminister Glauber (FW) möchte deshalb 25 neue Tierärzte einstellen.

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Drei Millionen Euro jährlich werden nach Auskunft von Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) die 25 zusätzlichen Veterinäre kosten, die künftig die Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) unterstützen sollen. Die entsprechenden Mittel sind allerdings noch nicht bewilligt.

Seit Anfang 2018 kontrollieren die Fachleute der KBLV von Kulmbach und Erding aus vor allem die 125 größten Hühnerbetriebe in Bayern. Die Behörde wurde als Konsequenz aus dem Bayern-Ei-Skandal neu installiert. Ab nächstem Jahr soll das KBLV zusätzlich noch 85 Schweine- und Rinderbetriebe kontrollieren.

Zusätzliche Standorte geplant

Um Fahrwege zu verkürzen, soll die KBLV zudem zwei zusätzliche Standorte bekommen. Einen in Schwaben, weil dort besonders viele Rinder gehalten werden, und einen in Franken, um dort die Schweinehalter besser zu kontrollieren.

Darüber hinaus wird es noch in diesem Jahr sechs zusätzliche Amtstierärzte für die Veterinärämter an den Landratsämtern geben, nächstes Jahr dann noch einmal 14. Diese Maßnahme war bereits vor dem aktuellen Fall im Allgäu beschlossen worden.

Opposition sieht weiter Handlungsbedarf

Die Umweltausschussvorsitzende Rosi Steinberger (Grüne) sieht in Glaubers Plänen zwar "ganz gute Ansätze", aber im Grunde sei es "doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein". Für die Landwirtschaftexpertin der SPD, Ruth Müller, fehlen trotzdem weiterhin Tierärzte an jedem der 71 Landratsämter.

Ihr SPD-Kollege Florian von Brunn zitierte im Ausschuss eine Aufstellung des Unterallgäuer Landrats, der seit 13 Jahren vergeblich mehr Veterinär-Personal angemahnt habe. Gisela Sengl von den Grünen fordert zudem qualifizierteres Personal in Großställen, um Zustände wie im unter Verdacht stehenden Allgäuer Betrieb künftig zu verhindern.

Hinweis: In einer ersten Version hieß es, die SPD-Politikerin Ruth Müller habe Glaubers Pläne als "Tropfen auf den heißen Stein" bezeichnet. Das allerdings waren die Worte der Grünen-Politikerin Rosi Steinberger. Wir haben den Fehler inzwischen korrigiert.

© BR

Rosi Steinberger (Grüne) nannte die von Glauber angekündigten Maßnahmen für eine bessere Tierhaltung einen "Tropfen auf den heißen Stein" genannt. Denn viele Veterinärämter in den Landkreisen seien völlig überlastet.