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Glauber hält "wolfsfreie Zonen" für nicht umsetzbar | BR24

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Der Wolf ist zurück, die Landwirte vor allem am Alpenrand sind alarmiert. Strenger Artenschutz oder Abschuss? Politiker streiten seit Monaten über das richtige Wolf-Management und die Frage, wer die Kosten für Schäden und Prävention trägt.

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Glauber hält "wolfsfreie Zonen" für nicht umsetzbar

Der Wolf ist zurück, die Landwirte vor allem am Alpenrand sind alarmiert. Strenger Artenschutz oder Abschuss? Politiker streiten seit Monaten über das richtige Wolf-Management und die Frage, wer die Kosten für Schäden und Prävention trägt.

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Drei Kälber und fünf Schafe haben Wölfe heuer in Bayern bisher gerissen. Vor allem die Almbauern im Allgäu und in Oberbayern sind alarmiert. Der Bauernverband fordert vehement "wolfsfreie Zonen". Die Milchziegenhalterin Anja Fagarer aus Piding im Berchtesgadener Land hält das für unrealistisch. Die Politik wisse genau, dass sie gegen den geschützten Wolf nichts machen könne. Da verspreche man etwas, was nicht haltbar sei, so Fagerer. Schließlich könne der Wolf keine Verbotsschilder lesen.

Glauber: der Aktionsradius des Wolfs ist viel zu groß

Der neue Umweltminister Thorsten Glauber von den Freien Wählern sieht das genauso. "Wolfsfreie Zonen" seien schwer umzusetzen, "denn der Aktionsradius des Wolfs ist viel zu groß, damit wir wolfsfreie Zonen auch zusichern können."

Wolf-Aktionsplan soll im Frühling kommen

Allerdings will Glauber den lange Zeit zwischen Landwirtschafts- und Umweltministerium diskutierten Wolf-Aktionsplan im kommenden Frühling in Kraft setzen. Zum kontrovers diskutierten Thema der vorsorglichen Abschüsse von Wölfen sagte Glauber im Bayerischen Rundfunk.

"Ja, die Entnahme aufgrund wirtschaftlicher Schäden ist möglich." Thorsten Glauber (Freie Wähler), Umweltminister

Im Moment sind vorbeugende Abschüsse, um von Rindern oder Schafen beweidete Zonen wolfsfrei zu halten, naturschutzrechtlich strikt verboten.

Tierhalter fordern höhere Entschädigungen

Auf die genaue Ausgestaltung des Wolfsmanagementplanes sind die Tierhalter sehr gespannt. Noch wird über die Details verhandelt. Neben der Rechtssicherheit fürs Vergrämen und Abschießen geht es den Tierhaltern auch um den bestmöglichen Herdenschutz, staatliche Zuschüsse und zufriedenstellende Entschädigungen für getötete Tiere.

"Die Politik hätte schon längst handeln müssen - aus meiner Sicht. Wenn man Verständnis bei den Betrieben draußen für den Wolf erreichen will, darf man nicht am Geld sparen und den Zeitwert ersetzen, sondern auch die Folgeschäden und auch Folgekosten, die im Herdenschutz entstehen." Bonaventura Lohner, Schafhalter in Au am Inn

Die vom Umweltministerium bisher zugesagte Entschädigung nach einem Wolfsangriff reicht den Tierhaltern nicht. Schließlich entstünden Folgekosten, weil etwa Milchgeld fehle oder ein Jungtier gar nicht erst geboren werde.

Herdenschutz fördert künftig die Landwirtschaftsverwaltung

Eine Forderung der Tierhalter wird mit dem neuen Aktionsplan der Staatsregierung aber kommen: Der Vollzug des Förderprogramms für den Herdenschutz liegt künftig bei der Landwirtschaftsverwaltung, der die Bauern eher vertrauen als dem Umweltministerium.

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Aus Landwirtschaft und Umwelt

Autor
  • Arne Wilsdorff
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