BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Giftmüll wird abtransportiert | BR24

Audio nicht mehr verfügbar

Dieses Audio konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Giftmüll wird abtransportiert

Rund vier Jahre nach Bekanntwerden des Umweltskandals im Landkreis Altötting beginnt jetzt die Entsorgung des Giftmülls. Rund 23.000 Kubikmeter Schutt lagern derzeit noch auf dem Technosan-Gelände in Neuötting. Von Christian Riedl u. Christine Kerler

Per Mail sharen

Zunächst wird nur ein kleiner Teil der insgesamt 23.000 Kubikmeter Giftmüll abtransportiert und fachgerecht entsorgt – etwa 2.000 Kubikmeter. Zuständig sind für die Entsorgung nach der Unternehmens-Pleite die anliefernden Unternehmen. Allerdings lassen sich die Haufen kaum noch zweifelsfrei zuordnen. Die Aufarbeitung des Falls geht deshalb nach wie vor schleppend voran. Rund zwei Drittel des Schutts müssen höchstwahrscheinlich durch die öffentliche Hand entsorgt werden, finanziert aus Steuermitteln. Der Freistaat und der Landkreis Altötting stellten dafür bisher zusammen 2,6 Mio. Euro bereit. Ob dies reicht, ist ungewiss.

Vier Jahre Gefängnis für Ex-Geschäftsführer

Im vorigen Oktober wurde der Geschäftsführer der Kraillinger Recyclingfirma zu vier Jahren Gefängnis verurteilt – wegen Betrugs in sieben Fällen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Hauptangeklagte zumindest billigend in Kauf genommen hatte, dass hunderttausende Tonnen belasteten Mülls unsachgemäß entsorgt wurden. Die Höhe des Betrugsschadens beläuft sich auf etwa 3,7 Mio. Euro.

Behörden geschlafen

Die Richter sparten in dem Mammutprozess nicht mit Kritik an Behörden und der Entsorgungsbranche. Der Vorwurf: Man habe dem Unternehmen den Betrug leicht gemacht. Allein wegen Personalmangels konnte das Landratsamt Altötting keine tiefgehenden Kontrollen durchführen. Außerdem vertraute selbst die Staatsregierung fast ausschließlich auf die Selbstkontrolle in der Recyclingbranche – konkret auf selbst verliehene Unbedenklichkeitszertifikate. Technosan sollte giftigen Bauschutt reinigen und sicher deponieren. Stattdessen wurde der Abfall im großen Stil umdeklariert und unbehandelt auf dafür nicht zugelassenen Deponien entsorgt.