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Vergiftet ein Tierhasser Vögel in Cham? | BR24

© BR / Renate Rossberger

Eine Serie von Vogelvergiftungen im Landkreis Cham schockiert den Landesbund für Vogelschutz. Insgesamt 37 Vögel starben durch das gleiche verbotene Gift. Um den Täter zu fassen, hat der Verband jetzt eine Belohnung ausgesetzt.

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Vergiftet ein Tierhasser Vögel in Cham?

Eine Serie von Vogelvergiftungen im Landkreis Cham schockiert den Landesbund für Vogelschutz. Insgesamt 37 Vögel starben durch das gleiche verbotene Gift. Um den Täter zu fassen, hat der Verband jetzt eine Belohnung ausgesetzt.

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Der Landesbund für Vogelschutz hat am Mittwoch bei einem Pressetermin in seinem Umweltzentrum im Nößwartling auf eine neue Serie illegaler Greif- und Singvogeltötungen im Landkreis Cham hingewiesen.

Alle wurden durch ein verbotenes Gift getötet

Spaziergänger, Gartenbesitzer und Landwirte hatten in den letzten Wochen insgesamt 35 tote Stare und zwei tote Mäusebussarde entdeckt, alle im Bereich südlich von Cham. Über ein Speziallabor in München wurde ein Teil der Kadaver untersucht. Dort kam heraus, dass die Vögel alle durch das in der EU seit langem verbotene Insektizid Carbofuran vergiftet worden sind. Der Landesbund für Vogelschutz hat die Fälle bei der Polizei angezeigt, die inzwischen wegen Jagdwilderei und Vergehen gegen den Artenschutz ermittelt.

1.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Der Landesbund für Vogelschutz fordert die Bevölkerung auf, alle verdächtigen Beobachtungen zu melden, damit man die Täter fassen kann. Der Verband hat dafür 1.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Wer ist für den Tod der Tiere verantwortlich?

Im Landkreis Cham wurden bereits 2013 drei tote Greifvögel gefunden. Damals ging man noch nicht von illegaler Tötung aus, sondern eher von einem traurigen Zufall. Seit 2017 zählt der LBV jedoch mehr als 60 nachgewiesene Fälle illegal getöteter Vögel, großteils durch Gift, aber auch durch Schrotkugeln. Bisher konnte kein Täter ermittelt werden. Der LBV geht von Vogelhassern aus. Es könnten aber auch Taubenzüchter oder Jäger sein, wobei der Verband betont hat, dass es bei diesen Gruppen die absolute Ausnahme sei.

Gift ist auch für Menschen gefährlich

Der Verband warnt Spaziergänger vor ausgelegten Giftködern oder mit Gift präpariertem Aas, das als Köder für die Greifvögel dienen könnte. Carbofuran ist auch für Menschen, vor allem für Kinder, giftig. Auch Hunden kann das Gift gefährlich werden. Alle Funde toter Tiere sollen an die Polizei und den LBV gemeldet, aber nicht berührt werden. Mit Carbofuran vergiftet wurde auch ein Schwarzmilan, der am Freitag von einem Jäger gefunden wurde. Er alarmierte den Verband. Der Vogel wurde zum Tierarzt gebracht und mit einem Gegengift behandelt. Ob er durchkommt, ist offen. Schwarzmilane sind sehr selten und geschützt. Auch Greifvögel sind geschützte Tiere.

© BR / Renate Rossberger

Markus Schmidberger vom LBV (Kreisgruppe Cham) zeigt die toten Vögel.