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Geht es nach der Initiative "Mückenplage? Nein danke!", soll die Gemeinde Eching mehr Tempo beim Einsatz von BTI machen.

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    Gift im Ammersee: Bürgerinitiative für raschen BTI-Einsatz

    Am Ammersee zehren Scharen von Mücken Sommer für Sommer an den Nerven von Bewohnern und Gästen. Auch jetzt, in der mückenfreien Zeit, gibt es Diskussionen, wie man den Plagegeistern zu Leibe rücken könnte – und ob man es überhaupt sollte.

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    Von
    • Florian Regensburger

    Der Verein "Mückenplage? Nein danke!" wirbt für mehr Tempo bei der Bekämpfung der wiederkehrenden Mückenplagen am Ammersee mit dem biologisch gewonnenen Eiweiß BTI (Bacillus Thuringiensis Israelensis). Das sagte der Sprecher der Initiative, Rainer Jünger, dem BR. Damit wollen sie verhindern, dass Anwohner auf eigene Faust zur Chemie greifen.

    Chemie im Seewasser und in der Kläranlage

    Mehrere Wasserproben sowohl am Seeufer als auch in der Kläranlage in Eching hätten deutliche Belastungen des Wassers mit gefährlichen Substanzen aus handelsüblichen Mückengiften wie DEET und Permethrin gezeigt - und die seien deutlich gefährlicher als BTI. Diese Belastungen treten demnach im Sommer auf, in der mückenfreien Zeit lägen die Werte unter der Nachweisgrenze.

    Genehmigung für BTI-Einsatz liegt noch nicht vor

    Zum Beispiel im Bereich des Chiemsees wird BTI bereits eingesetzt. Am Ammersee verzichtet man bislang darauf, auch weil eine Genehmigung durch die Regierung von Oberbayern fehlt. Dafür wären einige Vorgaben zu erfüllen, etwa eine Kartierung besonders mückenträchtiger Überschwemmungsflächen, vor allem im Bereich des Ammersee-Nordufers, sowie ein Monitoring, woher die Mücken in welchem Bereich des Seeufers tatsächlich kommen.

    Bürgerentscheid pro BTI

    Bereits vor einem Jahr haben sich die Echinger in einem Bürgerentscheid mit knapp 80 Prozent Zustimmung für den BTI-Einsatz ausgesprochen. Dieses könnte unter anderem mittels fliegender Drohnen auf Überschwemmungsflächen ausgebracht werden. Der Gemeinderat hat nun im Oktober dieses Jahres beschlossen, eine Firma mit der Kartierung und dem Monitoring zu beauftragen. Die Bürgerinitiative fordert unter Verweis auf die Messergebnisse, dass nun schneller etwas passieren müsse.

    Gespräche mit Dienstleister laufen bereits

    Bürgermeister Siegfried Luge sagte auf BR-Anfrage, man sei bereits in Gesprächen mit einem Unternehmen, auch um auszuloten, welche Teile der Kartierung und des Monitorings die Gemeinde gegebenenfalls als Eigenleistung erbringen könne, um Kosten zu sparen – das bisherige Angebot des Unternehmens beläuft sich auf knapp 60.000 Euro.

    Naturschützer kritisieren, dass man mit der Bekämpfung der Mücken Fischen, Vögeln und Fledermäusen Nahrung entziehen würde.

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