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Giffey für schrittweise Öffnung von Kitas und Spielplätzen | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk / Daniel Karmann

Seit fünf Wochen sind Schulen und Kitas schon geschlossen, eine harte Belastungsprobe für Eltern und Kinder. Wie schwierig der Alltag in Corona-Zeiten zu organisieren ist, zeigt eine Reportage.

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Giffey für schrittweise Öffnung von Kitas und Spielplätzen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht die Empfehlung der Nationalakademie Leopoldina, Kitas bis zu den Sommerferien geschlossen zu halten, kritisch. Problematisch sei auch die gestiegene Zahl der Hilferufe wegen häuslicher Gewalt.

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  • BR24 Redaktion

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hält eine Öffnung von Kindertagesstätten unter bestimmten Voraussetzungen noch vor August für denkbar.

Die Ministerin sprach sich dafür aus, ein Augenmerk insbesondere auf Vorschulkinder zu richten, die in den letzten Wochen ihres Kita-Lebens stünden.

Am Montag hatte eine Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Experten erstmals über ein Konzept beraten, wie die Kinder-Tagesbetreuung schrittweise wieder in Gang kommen kann. Derzeit gibt es nur eine Notbetreuung für jüngere Kinder, der Zugang dazu ist etwa vom Beruf der Eltern abhängig.

Ethikrat: Isolation von Kindern schwerer Eingriff in Grundrechte

Noch gibt es - anders als bei den Schulen - keine konkrete Perspektive für eine schrittweise Öffnung. Giffey sieht die Empfehlung der Nationalakademie Leopoldina, Kitas bis zu den Sommerferien grundsätzlich geschlossen zu halten, sehr kritisch.

Nach Einschätzung des Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, ist die soziale Isolation von Kindern ein schwerer Eingriff in die Grundrechte. "Eine soziale Isolation in diesem jungen, für das ganze Leben prägenden Alter - das halte ich für einen schweren Grundrechtseingriff. Da erwarte ich von der Politik, dass es zwischen den derzeitigen schwarz-weiß Alternativen, also "öffnen" oder "schließen", noch Mittelwege gibt'", sagte Dabrock im BR-Interview.

Mehr Anrufe zu häuslicher Gewalt

Die Zahl der Hilferufe wegen Gewalt in Familien steigt nach den Angaben der Bundesfamilienministerin an. Seit etwa einer Woche beobachte man, dass die Zahl der Anrufe und Meldungen zu häuslicher Gewalt zunehme, sagte die SPD-Politikerin.

Weil Familien in der Coronakrise viel mehr Zeit auf engem Raum verbringen, werde das Konflikt- und Stresspotenzial erhöht, so Giffey. Man müsse genau abwiegen zwischen dem Gesundheitsschutz der Kinder vor dem Coronavirus und dem Kindeswohl insgesamt.

Giffey für teilweise Öffnung der Spielplätze

Giffey forderte auch eine Debatte darüber, Spielplätze insbesondere in Städten zumindest teilweise oder unter Auflagen wieder zu öffnen. Alle Kinder bräuchten Bewegung und freies Spiel, sagte sie. Man müsse darüber reden, inwieweit eine teilweise Öffnung etwa mit einer Begrenzung der Zahl der Kinder möglich sei.

Bayern baut Notbetreuung aus und entlastet Alleinerziehende

Bayern weitet ab kommenden Montag (27. April) die Notbetreuung an Kitas, bei Tagesmüttern und in Heilpädagogischen Tagesstätten aus. Die bayerische Familienministerin Carolina Trautner (CSU) sagte laut einer Mitteilung, dass es vor allen Dingen darum gehe, "erwerbstätige Alleinerziehende zu entlasten".

Konkret bedeutet die Ausweitung, dass nun auch alle erwerbstätigen Alleinerziehenden ihre Kinder in eine Notbetreuung bringen dürfen - unabhängig davon, ob ihre Berufe systemrelevant sind oder nicht.

Bei zwei Elternteilen genüge es weiter, wenn nur einer in der kritischen Infrastruktur arbeite.

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