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Gewinnt Bayern den Kampf gegen den Asia-Käfer? | BR24

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Der Asiatische Laubholzbaumkäfer bedroht weiterhin Bayerns Laubgehölze, aber die Bekämpfung zeigt bereits Erfolge. Die Landesanstalt für Landwirtschaft konnte die Gefahr in Neubiberg stoppen. Die Quarantäne dort ist aufgehoben.

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Gewinnt Bayern den Kampf gegen den Asia-Käfer?

Für Bäume bedeutet der Asiatische Laubholzbockkäfer das Todesurteil. Im oberbayerischen Neubiberg ist jetzt seine Ausrottung gelungen, an fünf weiteren befallenen Standorten in Bayern geht die Bekämpfung derzeit weiter.

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Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) wird auf Holzpaletten oder Verpackungsmaterial aus China eingeschleppt. Die exotischen Schädlinge können ganze Wälder niederfressen: Ein Käferweibchen legt etwa 30 reiskorngroße Eier unter die Rinde, oft in Astgabeln oder in Baumkronen.

Die Wirtsbäume sehen bereits geschwächt aus, wenn die Larven schlüpfen und beginnen, sich durch ihren Stamm zu fressen. Sie sterben schließlich ab, während sich die Larven verpuppen und als Käfer zum Ausfliegen ein kreisrundes Loch durch die Rinde bohren.

Asiatischer Laubholzbockkäfer: Aufwändige Bekämpfung nötig

Weil der Käfer Natur und Waldwirtschaft bedroht und weltweit bereits hohe Schäden verursacht, gilt seit 2015 eine einheitliche Bekämpfungsrichtlinie. Die Experten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) entfernen befallene Bäume und fällen im Umkreis von 100 Metern vorsorglich alle Bäume und Sträucher - zu zweit und Nonstop sind sie dabei auf 1.400 Hektar unterwegs.

"Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat leider auf gesunde Bäume Appetit, besonders auf Ahorn, aber gefährdet sind fast alle heimischen Laubbäume." Gerhard Kraus, ALB-Gebietsbeauftragter LfL Neubiberg

Nach Käferfund: Vier Jahre in Quarantäne

Laubholz und Schnittgut wird auf Eier und Larven untersucht. Extra gepflanzte Wirtsbäume sollen Käfer anziehen, sie werden wieder vernichtet. 2.000 Meter rund um die Fundorte gilt mindestens vier Jahre lang eine ALB-Quarantäne. Diese Quarantäne betrifft auch die Anwohner: Sie müssen Experten auf ihrem Privatgrund nach Käferspuren suchen lassen. Laubholz und Schnittgut darf nur nach amtlicher Kontrolle transportiert und an festgelegte Abgabestellen zur Verbrennung gebracht werden.

Ausrottung in Neubiberg geglückt

In Neubiberg haben die Maßnahmen gegriffen: Dort ist die Ausrottung des Schädlings gelungen. ALB-Beauftragter Gerhard Kraus ist zufrieden, Neubiberg ist nun von allen Quarantäne-Bestimmungen befreit.

Auch an vier weiteren ALB-Quarantäne-Standorten in Bayern ist der Käfer auf dem Rückzug. Doch die Bekämpfung dauert in Murnau, Kelheim, Miesbach und im Ziemetshausener Ortsteil Schönebach derzeit noch an.

In Kelheim wird dazu rund ums Jahr nach Spuren des Schädlings gesucht: mit Spürhunden, im Sommer mit Duftfallen und im Winter mit Baumkletterern. Bis heute sei zum Glück nichts mehr gefunden wurden, so Thomas Schuster, ALB-Gebietsbeauftragter Kelheim. Auch Feldkirchen und der Ziemetshausener Ortsteil Schönebach warten noch auf endgültige Entwarnung.

In Miesbach wurde der Schädling erst vor Kurzem entdeckt

Aber: In Miesbach ist der Käfer erst im letzten Sommer aufgetaucht. In den nächsten Tagen würden nun dort Warntafeln aufgestellt und Anfang Februar starten die Baumfällungen rings um die Fundorte, sagt der ALB-Gebietsbetreuer von Miesbach, Andreas Kirchmeier. Seit November habe er dort eine neue Quarantäne-Zone eingerichtet, in der er den exotischen Baumschädling bis 2024 intensiv bekämpfen wird.

Asiatischer Laubholzbockkäfer unterliegt der Meldepflicht

Die Mithilfe der Bevölkerung ist bei der Bekämpfung entscheidend. Jeder Käferfund und Verdachtsfall muss den Experten der Landesanstalt für Landwirtschaft in Bayern gemeldet werden.

"Wichtig ist, wir wollen die lebenden Tiere. Also einfach ein Glas darüberstülpen, anrufen oder zuschicken und wir schauen uns das an." Gerhard Kraus, ALB-Gebietsbetreuer LfL Neubiberg

Bei fraglichen Beobachtungen sind die Experten per mail an ALB@LfL.bayern.de oder telefonisch über 08161 71- 5730 erreichbar. Schnelligkeit zählt im Kampf gegen den Schädling.

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