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Gewerkschaften fordern Arbeitsplatzsicherheit in Corona-Krise | BR24

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat über die Folgen der Coronakrise informiert und dabei mehrere Forderungen an die Regierung gestellt.

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Gewerkschaften fordern Arbeitsplatzsicherheit in Corona-Krise

Die Gewerkschaften im Deutschen Gewerkschaftsbund haben über die aktuelle Situation und die coronabedingten Missstände in ihren Betrieben informiert. Die Krise hätte den Effekt eines Brennglases. Sie stellten dabei auch eine Reihe an Forderungen.

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Von
  • Nicolas Eberlein

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Mittelfranken fordert von der bayerischen Staatsregierung Sicherheit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Coronakrise. In der Pandemie-Zeit sehe man wie unter einem Brennglas, dass Minijobs keine Absicherung oder Sicherheit bedeuten, kritisiert Stephan Doll, Geschäftsführer DGB Mittelfranken in einer virtuellen Pressekonferenz.

Corona-Krise verstärkt soziale Spaltung

Die Minijob-Regelung zu erweitern, wie es laut Doll die CSU beabsichtigt, hält der Gewerkschafter für unverständlich. Schon jetzt arbeiteten sieben von zehn Minijobbern in Bayern für einen Niedriglohn. Die Corona-Krise verschärfe diese Situation und verstärke damit die Spaltung der Gesellschaft, so Doll weiter. So sei nicht jeder von der Krise gleichermaßen betroffen. Bei einem Nettoeinkommen von mehr als 1.700 Euro ist nur bis zu einem Viertel der Arbeitnehmer von einem geringeren Verdienst betroffen. Bei Nettoeinkommen darunter haben Beschäftigte in der Corona-Krise fast die Hälfte weniger verdient.

Keine Entlassungen bei Staatshilfe

Außerdem würden an Unternehmen viele Milliarden Euro Staatshilfen gezahlt, die letztlich oftmals nicht an die Beschäftigten weitergegeben würden, moniert Rita Wittmann, Geschäftsführerin von Verdi Mittelfranken. Gleichzeitig würden einige Firmen aber dennoch Beschäftigte entlassen. Sie und Stephan Doll fordern deshalb, dass, wer die Staatshilfe erhält, keine Beschäftigten entlassen dürfte.

Dieser Forderung schließt sich auch Regina Schleser von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) an. Wirtschaftshilfen müssten an Beschäftigungssicherheit gekoppelt sein. Das sei nicht der Fall und so fordert sie eine Soforthilfe von 1.000 Euro für Beschäftigte im Gastro-Bereich, "damit die durch den Winter kommen". Außerdem bestehe durch die sogenannte Steuer-Progression ein weiteres finanzielles Risiko für die Beschäftigten der Branche. Schleser fordert von der Staatsregierung deshalb einen Verzicht dieser Regelung in diesem Jahr.

"Staatsregierung hat Entwicklung verschlafen"

Auch in den Schulen habe die Staatsregierung die Entwicklung verschlafen, vor allem im Bereich der Digitalisierung. Dort liege Deutschland und Bayern im Vergleich zu den europäischen Nachbarn mindestens zehn Jahre zurück, so Ruth Brenner von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bayern (GEW). So mache sich auch hier und vor allem im Distanzunterricht eine soziale Spaltung deutlich bemerkbar. Nicht alle Schüler hätten einen ausreichende Internetverbindung oder die Endgeräte zur Nutzung des digitalen Unterrichts. Dadurch werde die Zahl der Bildungsverlierer nach der Krise steigen.

Weitere Forderungen sind unter anderem Vergütungstarifverträge in der Tarifrunde im Jahr 2021 und mehr Geld für Aus- und Weiterbildung sowie die Kurzarbeit auf mindestens 80 Prozent aufzustocken.

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