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Gewalttat in Augsburg: OB Gribl übt Kritik nach Shitstorm | BR24

© picture-alliance/dpa

Kurt Gribl

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    Gewalttat in Augsburg: OB Gribl übt Kritik nach Shitstorm

    Ein tödlicher Streit auf dem Augsburger Königsplatz schlägt weiter Wellen. OB Gribl kritisiert respektlose Reaktionen in den Sozialen Medien. Er äußert sich auch zu seiner umstrittenen Wortwahl, dass es sich um einen "tragischen Vorfall" handelte.

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    Angesichts der Social-Media-Reaktionen auf die tödliche Auseinandersetzung vom Königsplatz zeigt sich Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl entsetzt. Dem BR teilte der CSU-Politiker mit, dass die Gesamtkulisse der Beiträge durch eine "inakzeptable Aggressivität, Respektlosigkeit, Pietätlosigkeit und Übergriffigkeit" bis hin zu strafrechtlich relevanten Drohungen und Beleidigungen geprägt sei.

    Gribl kämpft nach Traueranzeige mit Shitstorm

    Wegen einer Traueranzeige für den Getöteten hatte Gribl selbst mit einem Shitstorm im Netz zu kämpfen. In der von ihm und dem Gesamtpersonalratsvorsitzenden der Stadt Augsburg unterzeichneten Anzeige war der Tod des 49-Jährigen als "tragischer Vorfall" bezeichnet worden. Gribl begründete die Formulierung auf BR-Anfrage damit, dass die Stadt nicht selbst Ermittlungsbehörde sei und daher keine strafrechtliche Feststellung treffen könne.

    Wortwahl "Tragischer Vorfall" erhitzt die Gemüter

    Gribl räumte allerdings ein, dass der Begriff "Gewalttat" anstelle von "tragischer Vorfall" berechtigt gewesen wäre. In Zukunft wolle man nach Möglichkeiten suchen, einem solchen Shitstorm "keinen Resonanzboden" mehr zu geben. Der Augsburger OB teilte weiter mit, dass wenn mit der Anzeige "aufrichtige Gefühle der Trauer" verletzt worden sein sollten, er sich dafür entschuldigen wolle. Seine Entschuldigung gelte ausdrücklich nicht den Personen, die das Geschehene und Gesagte politisch instrumentalisierten.

    Anwalt eines Tatverdächtigen legt Haftbeschwerde ein

    Bei der Gewalttat auf dem Königsplatz Anfang Dezember war ein 49-Jähriger nach einem Streit getötet worden. Sieben junge Männer sind in Untersuchungshaft. Mittlerweile hat Werner Ruisinger, der Anwalt eines 19-jährigen Tatverdächtigen, Haftbeschwerde eingereicht. Ruisinger sagte gegenüber dem BR, dass auf einem Dashcamvideo eines Taxifahrers nicht zu sehen sei, wie die tatverdächtigen Jugendlichen das spätere Opfer einkreisten.

    Das aber war offenbar einer der Gründe für die Anordnung der Untersuchungshaft. Die Augsburger Staatsanwaltschaft verweist darauf, dass ihr neben diesem und anderen Videos auch Zeugenaussagen vorliegen. All das ergebe beim Hauptverdächtigen unter anderem der dringende Verdacht des Totschlags und bei den anderen sechs Beteiligten der dringende Tatverdacht der Beihilfe zum Totschlag.