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Gewalttat in Augsburg: Erneute Haft wegen Verdunkelungsgefahr | BR24

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Nach der tödlichen Attacke auf dem Augsburger Königsplatz sind alle sieben Tatverdächtigen wieder in Untersuchungshaft. Kurz vor Weihnachten waren sechs von ihnen auf freien Fuß gesetzt worden.

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Gewalttat in Augsburg: Erneute Haft wegen Verdunkelungsgefahr

Sechs Tatverdächtige sind im Fall der tödlichen Attacke auf einen 49-Jährigen in Augsburg wieder in Haft. Das Oberlandesgericht München argumentierte, dass Flucht- und Verdunklungsgefahr bestehe.

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Wende im Fall der tödlichen Attacke am Augsburger Königsplatz: Sechs Verdächtige sind wieder in U-Haft, nachdem sie kurz vor Weihnachten freigelassen worden waren. Das Oberlandesgericht (OLG) München sieht laut einem Verteidiger Flucht- und Verdunklungsgefahr. Daher habe das Gericht die ursprünglichen Haftbefehle wegen Beihilfe zum Totschlag wieder in Kraft gesetzt, sagte Anwalt Michael Menzel der Deutschen Presse-Agentur.

Das OLG will offenbar wissen, wie eng der Zusammenhalt zwischen den Jugendlichen und jungen Männern gewesen sei und ob es doch eine Gruppendynamik gegeben habe. Beim Oberlandesgericht war zunächst niemand für Rückfragen erreichbar.

Tödliche Attacke am Nikolaustag

Damit sitzen nun alle sieben Verdächtigen in dem Fall wieder in Untersuchungshaft. Den sechs zwischenzeitlich freigelassenen Beschuldigten wird vorgeworfen, an der Tötung von Roland S. Anfang Dezember beteiligt gewesen zu sein. Sie waren den Ermittlungen zufolge am Nikolaustag auf dem Augsburger Königsplatz, als der Siebte aus der Gruppe den 49-Jährigen mit einem Schlag getötet haben soll. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, auch weil das Opfer bei der Berufsfeuerwehr gewesen war.

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BR-Reporter Andreas Herz zur Entscheidung des Oberlandesgerichts München sechs Verdächtige wieder in Untersuchungshaft zu nehmen.

Hauptverdächtiger durchgängig in Untersuchungshaft

Der Hauptverdächtige, ein 17-Jähriger, sitzt seit seiner Festnahme in U-Haft. Gegen ihn wird wegen Totschlags ermittelt. Die sechs mutmaßlichen Mittäter, denen die Staatsanwaltschaft Beihilfe zum Totschlag vorwirft, waren am 23. Dezember, also kurz vor Weihnachten, wieder frei gekommen.

Von Seiten des Augsburger Landgerichts hieß es: "Die Jugendkammer verneinte nach eingehender Prüfung auf der Basis der bisherigen Erkenntnisse und Beweismittel, insbesondere der Sichtung der Videoaufzeichnungen, bei allen sechs Beschuldigten den dringenden Tatverdacht der Beihilfe zum Totschlag." Außerdem sah die Kammer vor Weihnachten keine Flucht oder Verdunkelungsgefahr bei den Jugendlichen. Diese Entscheidung hat das OLG München jetzt revidiert.

Anwalt erwägt Verfassungsbeschwerde

Anwalt Menzel, dessen Kanzlei vier der sieben Tatverdächtigen vertritt, sagte, die Polizei habe einige der Betroffenen am Freitagabend festgenommen. Andere, die nicht zu Hause waren, hätten sich auch selbst bei der Polizei gemeldet.

Ein weiterer Verteidiger kündigte an, Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe prüfen zu wollen. Ein Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft sagte der dpa, seine Behörde wolle erst am Montag Stellung zu den aktuellen Entwicklungen nehmen.