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Gewalttat in Augsburg: Anwalt zieht vors Verfassungsgericht | BR24

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Sechs Wochen nach der tödlichen Attacke auf einen 49-Jährigen am Augsburger Königsplatz zieht der Anwalt einer der Beschuldigten vor das Bundesverfassungsgericht - er will erreichen, dass der Haftbefehl gegen seinen Mandanten aufgehoben wird.

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Gewalttat in Augsburg: Anwalt zieht vors Verfassungsgericht

Sechs Wochen nach der tödlichen Attacke auf einen Feuerwehrmann am Augsburger Königsplatz zieht der Anwalt eines Verdächtigen vor das höchste deutsche Gericht: Er will erreichen, dass der Haftbefehl gegen seinen 17-jährigen Mandanten aufgehoben wird.

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Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Anfang Dezember wurde ein 49 Jahre alter Feuerwehrmann auf dem Augsburger Königsplatz bei einer Auseinandersetzung mit Jugendlichen getötet. Nun muss sich das Bundesverfassungsgericht mit dem Fall beschäftigen. Der Anwalt eines der sieben Verdächtigen hat Verfassungsbeschwerde gegen die Untersuchungshaft eingereicht. Das hat ein Sprecher des Gerichts bestätigt.

Anwalt will Ende der Untersuchungshaft erreichen

Verteidiger Felix Dimpfl will erreichen, dass der Haftbefehl gegen seinen 17-jährigen Mandanten aufgehoben oder zumindest ausgesetzt wird. Neben der Beschwerde stellte er einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung. Dem BR sagte der Anwalt: "Letztendlich hoffen wir, dass sehr zeitnah entschieden wird und dem Erlass einer einstweiligen Anordnung stattgegeben wird. Das würde bedeuten, dass mein Mandant unverzüglich auf freien Fuß gesetzt wird."

Dimpfl argumentiert, dass sein Mandant bei der tödlichen Attacke nur in der Nähe stand, was nicht strafbar sei. Durch die U-Haft würden insbesondere die Freiheitsgrundrechte verletzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 17-Jährigen und fünf weiteren Jugendlichen indes Beihilfe zum Totschlag vor. Gegen den Hauptverdächtigen, der Feuerwehrmann mit einem Schlag getötet haben soll, wird wegen Totschlags ermittelt. Alle sieben sitzen in Untersuchungshaft.

Schon zwei Gerichte haben über U-Haft geurteilt

Allerdings ging es in den vergangenen Wochen hin und her: Zunächst hatte die Jugendkammer des Augsburger Landgerichts die Haftbefehle gegen die sechs Mitbeschuldigten aufgehoben, weil es keinen dringenden Tatverdacht sah. Das Oberlandesgericht München revidierte diese Entscheidung kurz darauf. Seitdem sind alle sieben wieder in U-Haft.

Nach Angaben eines Verfassungsgerichtssprechers in Karlsruhe ist unklar, wie lang die Bearbeitung von Dimpfls Beschwerde dauern wird.

Augsburger Staatsanwälte ermitteln noch immer

Das 49 Jahre alte Opfer war am Nikolaus-Abend mit seiner Frau und einem befreundeten Paar auf dem Heimweg vom Christkindlesmarkt. Bei einer Auseinandersetzung mit der Gruppe junger Männer bekam er einen Schlag gegen den Kopf. Das ist auf Videoaufzeichnungen zu sehen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Augsburg dazu laufen noch.

Bundesweit Betroffenheit nach Tod des Feuerwehrmanns

Der getötete Mann war an diesem Abend privat unterwegs. Weil er bei der Berufsfeuerwehr Augsburg wie auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in seiner Heimatgemeinde Neusäß aktiv war, fand der Fall bundesweit große Aufmerksamkeit.