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Gewalt gegen Polizisten: So ist die Lage im Allgäu | BR24

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Die Krawalle von Stuttgart werfen die Frage auf: Woher kommt die enthemmte Gewalt gegen Polizisten? Und dann ist da noch die Debatte über eine Zeitungs-Kolumne, die Polizisten indirekt mit Müll vergleicht ...

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Gewalt gegen Polizisten: So ist die Lage im Allgäu

Sie werden geschlagen, getreten oder bespuckt: Gewalt gegen Polizisten ist in den letzten Jahren in den Fokus gerückt. Nun haben Polizei und Staatsanwaltschaft Kempten Bilanz gezogen - und konkrete Beispiele genannt.

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Die Bilanz ist gemischt: Zwar ist die Anzahl der verbalen und körperlichen Angriffe auf Polizisten im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West im vergangenen Jahr etwas zurückgegangen. Doch bei den rund 600 Angriffen wurden dennoch mehr Beamten und Beamtinnen verletzt als in den Jahren zuvor.

Bei Gewalt gegen Polizisten wird schneller ermittelt

205 Polizeibeamte wurden im Dienst verletzt, drei von ihnen schwer. Diese Fälle werden bei der Staatsanwaltschaft Kempten seit rund einem Jahr priorisiert behandelt. Das heißt: Im Polizeipräsidium und auch in der Staatsanwaltschaft kümmern sich Mitarbeiter vorrangig darum, den Sachverhalt zu klären, zur Anzeige und dann binnen sechs Monaten auch vor Gericht zu bringen.

Gezielte Schläge gegen Polizisten

Früher konnte es schon einmal mehr als drei Monate dauern, bis allein bei der Polizei alle Fakten zusammengetragen waren – heute sind es keine zwei Wochen, erklärt Michael Haber vom Polizeipräsidium. So kam unter anderem der Fall eines 21-Jährigen schnell vor Gericht, der alkoholisiert Polizisten in Immenstadt angegriffen und bei seiner Festnahme gezielt nach ihnen geschlagen und getreten hatte. Der junge Mann erhielt eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen.

BodyCams erleichtern die Ermittlungen

Hinzu kommt der zunehmende Einsatz von BodyCams. Durch das von den Polizisten aufgezeichnete Videomateral ließe sich zweifelsfrei ein Angriff belegen. Staatsanwaltschaft und Polizei in Kempten ziehen nach einem Jahr eine positive Zwischenbilanz: die Konzentration auf zwei Sachbearbeiter sei vorteilhaft, die Angriffe würden zügig ermittelt und geahndet.

Oberstaatsanwalt Hanspeter Zweng sieht die damit verbundenen Signale in zwei Richtungen gehen: Einmal in Richtung der potentiellen Täter, andererseits in Richtung der Einsatzkräfte, dass sie Angriffe jedweder Art nicht einfach hinnehmen müssen.

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