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Gewalt an Bahnhöfen: Nürnberg bundesweit auf Platz drei | BR24

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Bundespolizist am Nürnberger Hauptbahnhof

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    Gewalt an Bahnhöfen: Nürnberg bundesweit auf Platz drei

    Nürnberg liegt bei Gewalttaten im Bahnhofsbereich bundesweit auf Platz drei – nach den Bahnhöfen in Hamburg und Frankfurt. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums hervor. Die Bundespolizei in Nürnberg relativiert diese Zahlen aber.

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    Von
    • Oliver Tubenauer

    Eine Anfrage im Bundestag hat ergeben, dass Nürnberg bei Gewalttaten im Bahnhofsbereich bundesweit auf Platz drei liegt. Dass es dort zu verhältnismäßig vielen Gewaltdelikten kommt, liegt nach Einschätzung der örtlichen Bundespolizei auch an der speziellen Infrastruktur. Nürnberg habe eine Sonderstellung, weil sich praktisch alles auf den Hauptbahnhof konzentriere, erklärt der Sprecher der Nürnberger Bundespolizei, Bernhard Turba.

    Feiernde treffen nachts am Bahnhof aufeinander

    So sei der Nürnberger Hauptbahnhof nicht nur nah an der Innenstadt und somit an der Feiermeile, sondern auch Knotenpunkt für den nächtlichen Rückreiseverkehr. Praktisch alle öffentlichen Verkehrsmittel würden hier zusammenlaufen: S-Bahn, Nachtbusse, Straßen- und U-Bahn. So würden nachts oft auch angetrunkene Partygäste im Hauptbahnhof aufeinandertreffen, was gelegentlich zu Konflikten führe. Dies sei beispielsweise in München anders. Die Partymeile befinde sich am Ostbahnhof, Knotenpunkt für die U-Bahn sei der Stachus. Somit kommt es in der Landeshauptstadt nicht zu einer derartigen Konzentration wie in Nürnberg.

    Lockdown sorgt für Entspannung

    Im Jahr 2020 wurden am Nürnberger Hauptbahnhof 189 Gewaltdelikte registriert, was einem Rückgang von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allerdings dürfte der Lockdown dabei eine erhebliche Rolle gespielt haben, räumt der Sprecher ein. Was die Statistik angeht, rät Turba aber zu einem gewissen Augenmaß. So würden zum Beispiel nicht nur Schlägereien unter den Begriff "Gewalttat" fallen, sondern auch Delikte, bei denen zumindest keine körperliche Gewalt vorliege, wie etwa der Tatbestand der Volksverhetzung. Zudem würde sich ein Großteil der Gewalttaten innerhalb einer sozialen Gruppe oder Szene abspielen. Auch diese Taten müssten natürlich verhindert und verfolgt werden. Sie stellten meist aber zumindest keine Gefahr für Unbeteiligte dar. Die Anfrage an das Bundesinnenministerium hatte die AfD-Bundestagsfraktion gestellt.

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