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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Unterfranken kritisiert den Start des Präsenz- beziehungsweise Wechselunterrichts in der Region. Ihrer Meinung nach wurden die Schülerinnen und Schüler zu früh in die Klassenzimmer zurückgerufen.

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GEW Unterfranken: Präsenzunterricht kommt zu früh

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Unterfranken kritisiert den Start des Präsenz- beziehungsweise Wechselunterrichts in der Region. Ihrer Meinung nach wurden die Schülerinnen und Schüler zu früh in die Klassenzimmer zurückgerufen.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Vesile Özcan

Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Unterfranken ist es zu früh für Präsenz- und Wechselunterricht. Das zeigen Ergebnisse einer Blitzumfrage der GEW. Befragt wurden Lehrkräfte aus allen Klassen und Schularten. Der Wechsel sei zu früh erfolgt, da der Gesundheitsschutz aller Beteiligten noch nicht gewährleistet sei.

GEW: Selbsttests noch nicht in den Schulen angekommen

Der GEW zufolge teilten Lehrkräfte im Rahmen der Umfrage mit, dass unter anderem die versprochenen Selbst-Schnelltests teilweise nicht ankommen seien. Auch wenn die Tests dann da seien, gebe es Unsicherheiten, was die Handhabung angeht. "Sind wir jetzt die Außenstelle des Gesundheitsamts?", habe sich ein Grundschul-Schulleiter vom Untermain im Rahmen der Blitzumfrage geäußert.

Hygieneregeln stellen Schulen vor Herausforderungen

Wie aus der Umfrage hervorging, hadern die Lehrkräfte auch mit der Einhaltung der Hygieneregeln. "In der Praxis ist es fast unmöglich, alle permanent so zu überwachen, dass sie auf Abstand bleiben. Und spätestens in den Pausen oder auf dem Schulweg kommen sie sich auch ohne Maske oft viel zu nahe", so eine Gymnasiallehrkraft. Die Lehrkräfte wünschen sich mit Blick auf die Zeiten nach der Pandemie unter anderem kleinere Klassen und die intensivere Förderung sozialer Kompetenzen.

Präsenzunterricht in weiten Teilen Unterfrankens

Laut Robert Koch-Institut (RKI) in Unterfranken der Corona-Inzidenzwert in Unterfranken in folgenden aktuell zwischen 50 und 100: Landkreis Aschaffenburg (78,1), Landkreis Bad Kissingen (87,2), Landkreis Haßberge (55,7), Landkreis Kitzingen (16,5), Landkreis Miltenberg (70,7), Landkreis Rhön-Grabfeld (72,8), Landkreis Schweinfurt (53,7), Stadt Schweinfurt (88,0), Landkreis Würzburg (49,9) und Stadt Würzburg (63,3). In den anderen Regionen ist derzeit nur Distanzunterricht möglich.

💡 Der Inzidenzwert bestimmt die Unterrichtsform

Laut Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt ab 15. März für Schulen:

  • Liegt eine Region über dem Grenzwert von 100, dann bleiben die Schulen dort zu. Ausgenommen sind wie gewohnt Schüler der Abschlussklassen, soweit im Unterricht ein Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden kann. Ist nicht genügend Abstand möglich, so lernen Abschlussschüler laut Verordnung im Wechselunterricht.
  • Liegt der Inzidenzwert einer Region zwischen den Werten 50 und 100, so findet – je nach Klassengröße und Abstand – Präsenz- oder Wechselunterricht statt.
  • Hat eine Region einen Inzidenzwert, der kleiner als 50 ist, so dürfen alle Grundschüler regulär in die Schule gehen. Bei den Schülern aller anderen Schularten und Jahrgangsstufen hängt die Entscheidung "Präsenz- oder Wechselunterricht" ebenfalls von der Einhaltung des Mindestabstands ab.

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