BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Getötete Kinder von Schwarzach: Vater gesteht zu Prozessbeginn | BR24

© BR/Konstantin König
Bildrechte: BR/Zara Kroiß

Gleich zu Prozessbeginn hat ein 37-jähriger Mann aus Schwarzach im Kreis Straubing-Bogen vor dem Landgericht Regensburg gestanden, seine beiden kleinen Kinder getötet zu haben. Demnach wollte er sich nach der Tat selbst umbringen.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Getötete Kinder von Schwarzach: Vater gesteht zu Prozessbeginn

Gleich zu Prozessbeginn hat ein 37-jähriger Mann aus Schwarzach im Kreis Straubing-Bogen vor dem Landgericht Regensburg gestanden, seine beiden kleinen Kinder getötet zu haben. Demnach wollte er sich nach der Tat selbst umbringen.

1
Per Mail sharen
Von
  • Zara Kroiß
  • Konstantin König

Im Mordprozess vor dem Landgericht Regensburg hat der 37-jährige Angeklagte am Donnerstagvormittag gestanden, seine beiden Kinder in Schwarzach im Kreis Straubing-Bogen getötet zu haben.

Selbstmordversuch misslingt

Der Verteidiger las im Namen seines Mandaten eine Erklärung vor, wonach der 37-Jährige zuerst die beiden sechs und acht Jahre alten Kinder tötete und sich danach selbst umbringen wollte. Als das misslang, stellte sich der Mann der Polizei.

In dem Abschiedsbrief, den der Angeklagte kurz nach der Tat an die Mutter seiner Kinder schrieb, ging hervor, dass er sich mit dem Tod der Kinder an seiner Ex-Freundin rächen wollte: "Ich hoffe, du leidest sehr!". Auch würde er es nicht ertragen, wenn ein Fremder über seine Kinder herrsche, schreibt er. Das Paar lebte getrennt, die Frau hatte einen neuen Partner. Die Eltern hatten sich nach der Trennung 2019 das Sorgerecht der Kinder geteilt.

Vater wollte Kinder nicht Mutter und ihrem Freund überlassen

Seinen Angaben zufolge wollte der Angeklagte nicht, dass seine Kinder beim Lebensgefährten der Mutter aufwachsen und dort erzogen werden. Da er sich selbst wenig Chancen einräumte, das volle Sorgerecht zu erlangen, hätte neben einer Flucht immer mehr der Gedanke eines Mitnahmesuizids Gestalt angenommen. So entschloss er sich im Mai vergangenen Jahres dazu, sich und seine Kinder umzubringen. Der Angeklagte erstickte das Mädchen und den Jungen mit Plastiktüten und seinen Händen. Zuvor fesselte er die Geschwister im Spiel, um sie so wehrlos zu machen. Wie der Angeklagte selbst sagte, befand er sich zum Tatzeitpunkt in einem psychischen Ausnahmezustand. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem "egoistischen Macht- und Besitzwillen", der den Vater angetrieben hat.

Angeklagter schon mehrmals straffällig

Schon in der Vergangenheit war der Angeklagte mehrmals wegen kleinerer Strafdelikte auffällig geworden, unter anderem wegen Körperverletzung. Auch war der Mann nach eigenen Worten über Jahre hinweg drogenabhängig.

Am Freitag soll die Mutter der getöteten Kinder als Nebenklägerin aussagen. Ein Urteil könnte Mitte Mai fallen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!