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Gesundheitsministerium zahlt Corona-Prämie an eigene Mitarbeiter | BR24

© dpa/Andreas Gebert

Gesundheitsministerium zahlt Corona-Prämie an eigene Mitarbeiter

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Gesundheitsministerium zahlt Corona-Prämie an eigene Mitarbeiter

Mehrere hundert Mitarbeiter des Bayerischen Gesundheitsministeriums bekommen im Dezember eine Corona-Zulage für die erhöhte Belastung. Nach Kritik von der Opposition verteidigt das Ministerium die Sonderzahlung.

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Von
  • Jannik Pentz
  • Christoph Dicke
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Wegen der Corona-Pandemie erhalten die Mitarbeiter des bayerischen Gesundheitsministeriums einen Bonus in Höhe von 500 Euro. Es ist bisher die einzige Regierungsbehörde, die eine gesonderte Corona-Prämie zahlt.

Wegen der Corona-Pandemie erhalten 387 Beschäftigte im Bayerischen Gesundheitsministerium eine zusätzliche Geldprämie. Wie ein Ministeriumssprecher dem BR bestätigte, beträgt der Bonus 500 Euro. Das Ministerium habe dafür ein spezielles Budget. Grund für die Prämie sei die große Arbeitsbelastung durch die Corona-Pandemie.

In allen anderen bayerischen Ministerien sowie der Staatskanzlei gibt es zwar die üblichen Leistungsprämien für Beamte - trotz teilweise erheblicher Mehrarbeit durch die Pandemie existiert ein gesonderter Bonus dort allerdings nicht.

Kritik von der Opposition: Gleiches Recht für alle

Die Opposition im Landtag kritisiert das. "Wenn man so Bonuszahlungen machen möchte, dann muss das objektiv sein, und dann muss es für alle gelten", sagt Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende von B.90/Die Grünen. Die Grünen fordern eher eine Gefahrenzulage als eine Leistungsprämie. Wer täglich mit dem Coronavirus in Berührung komme, habe diese Art der Anerkennung verdient, sagt Schulze.

"Dass ausgerechnet im Gesundheitsministerium, im direkten Umfeld der Ministerin, sowas gezahlt wird, hat ein G'schmäckle", kritisiert auch Ingo Hahn, Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag. Hahn blickt auch auf Kurzarbeiter und Arbeitslose, die auf Hilfszahlungen angewiesen sind. Steuergelder, aus denen sich auch die Prämien speisen, sind für Hahn nicht unbegrenzt da. Das Vorgehen sei nicht gerecht gegenüber manch anderem Ministerium, kritisiert Horst Arnold, Fraktionschef der SPD: "Da hab ich so meine Zweifel, ob die Kolleginnen und Kollegen vom Sozialministerium dafür Verständnis haben."

Nur für besonders belastete Mitarbeiter

Der zuständige Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Klaus Holetschek, weist die Kritik im Interview mit dem BR zurück. Es sei kein Luxusjob, in einem Ministerium zu arbeiten. "Da wird Tag und Nacht geschafft, da wird am Wochenende geschafft und es verdienen auch nicht alle so viel, wie man immer meint", so Holetschek.

Er selbst sowie Gesundheitsministerin Melanie Huml bekämen die Prämie nicht, sondern nur die Mitarbeiter, "die ganz viel geleistet haben". Viele von ihnen stünden teilweise "kurz vorm Burnout".

Der Corona-Bonus für die 387 ausgewählten Mitarbeiter in Höhe von 500 Euro soll nun mit dem Dezembergehalt ausbezahlt werden.

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