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Gesundheitsministerin besucht neue Infektpraxis in Deggendorf | BR24

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Gesundheitsministerin Melanie Huml, Versorgungsarzt Dr. Peter Kraut, Landrat Christian Bernreiter

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Gesundheitsministerin besucht neue Infektpraxis in Deggendorf

Gesundheitsministerin Melanie Huml hat am Samstag die Infektpraxis auf dem Festplatz in Deggendorf besucht. Die Praxis ist nur für Coronafälle und Verdachtsfälle und ging am Samstagnachmittag in Betrieb.

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Die extra eingerichtete Infektpraxis des Landkreises Deggendorf auf dem Festplatz in Deggendorf ist nur für Coronafälle und Verdachtsfälle gedacht. Angegliedert ist auch eine Teststrecke für Personen, die lediglich einen Abstrich für einen Test brauchen. Am Samstag hat Gesundheitsministerin Melanie Huml die Praxis besucht. Mit dabei waren auch Landrat Christian Bernreiter (CSU) und der Vorstand der kassenärztlichen Vereinigung Bayern, Dr. Wolfgang Krombholz.

Infektpraxis soll Hausärzte entlasten

Mit diesen beiden Einrichtungen wolle man die niedergelassenen Hausärzte entlasten, hieß es. In den vergangenen Tagen gab es Kritik von Landrat Bernreiter an der kassenärztlichen Vereinigung (KV), die Politik hätte Aufgaben von der KV übernehmen müssen.

Die KV wiederum kritisierte die Politik und sprach von einer Entmachtung, weil sogenannte Versorgungsärzte eingeführt worden seien. Das geht auf ein neues Gesetz zurück, das der Landtag vergangene Woche beschlossen hat. Demnach können Landräte und Oberbürgermeister Versorgungsärzte einsetzen, die nur dem Landrat unterstehen und die Versorgung mit ärztlichen Leistungen und Schutzausrüstung planen und koordinieren. Bayern geht damit einen neuen Weg.

Peter Kraut, der Versorgungsarzt des Landkreises Deggendorf, sagt, für solche Katastrophenfälle sei das System bislang nicht ausgelegt, es müssten neue Strukturen geschaffen werden.

Unmut bei der KV

Dr. Wolfgang Krombholz von der KV Bayern sagte, man sei in Gesprächen mit der Politik. Die niedergelassenen Ärzte hätte er lange vertrösten müssen, wann die Schutzausrüstung endlich komme - gekommen sei aber nichts, kritisiert er. Entsprechend sei der Unmut gewachsen. "Es kann nicht sein, dass die niedergelassenen Ärzte das alles zahlen", schickt er in Richtung Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Bislang habe die KV Bayern schon einige Millionen Euro vorschießen müssen, so Krombholz.

Bernreiter verteidigt neue Strukturen

Die Pandemie habe keiner so kommen sehen, deshalb habe man diese Strukturen in so einer Notlage schaffen müssen, verteidigt der Präsident des bayerischen Landkreistages, Christian Bernreiter, den neuen bayerischen Weg. Beide Seiten wollen jetzt weitere Details abklären.

Probleme gebe es zum Beispiel noch bei der Finanzierung dieses neuen Systems mit Versorgungsarzt und Infektpraxen, aber auch bei der personellen Ausstattung oder auch der Schutzausrüstung. Jedem Versorgungsarzt sollte ein Stab mit mehreren niedergelassenen Ärzten zur Seite gestellt werden, das Personal sei derzeit aber nicht verfügbar.

Die Gespräche zwischen Politik und Kassenärztlicher Vereinigung gehen weiter.

© StMGP

v.li: StM Bernd Sibler; Gesundheitsministerin Melanie Huml; Versorgungsarzt Dr. Peter Kraut; Landrat Christian Bernreiter

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