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Bildrechte: dpa/Tobias Schwarz

Das Landratsamt Passau hat Recherchen der Passauer Neuen Presse (PNP) bestätigt, wonach die Leiterin des Gesundheitsamtes und ihr Stellvertreter bereits im Januar ihre Ehepartner mit Restimpfstoff aus einer Charge Biontech geimpft haben.

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Gesundheitsamts-Chefs impfen Ehepartner

Die Leiterin des Passauer Gesundheitsamtes und ihr Stellvertreter haben bereits Mitte Januar ihre Ehepartner mit Impfstoff-Resten geimpft. Landrat Kneidinger kritisiert das als "inakzeptablen Vorgang" und lässt dienstrechtliche Konsequenzen prüfen.

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Von
  • BR24 Redaktion

Die Ehepartner der Chefin des Passauer Gesundheitsamtes und ihres Stellvertreters sind bereits Mitte Januar geimpft worden. Es handelte sich um Restimpfstoff aus einer Charge Biontech. Der Landrat Raimund Kneidinger (CSU) ist aufgebracht und hat zur Prüfung möglicher dienstrechtlicher Konsequenzen die erforderlichen Ermittlungen eingeleitet.

Priorisierung wurde missachtet

Zuerst hatte die Passauer Neue Presse (PNP) über den Fall berichtet. Dem BR liegt nun eine ausführliche Stellungnahme aus dem Landratsamt vor. Darin wird bestätigt, dass die Leiterin des Gesundheitsamtes und ihr Stellvertreter nach einer regulären Impfaktion in der Behörde ihre Ehepartner "unter Missachtung der Priorisierung" mit Impfrestmengen des Biontech-Impfstoffes geimpft hätten. Ein inakzeptabler Vorgang, auch wenn durch diese Aktion der beiden Ärzte keine offiziell zur Corona-Impfung vorgesehenen Dosen verwendet worden seien, so die Kritik von Landrat Kneidinger.

"Impfstoff wäre sonst im Abfall gelandet"

Auch die Betroffenen bezeichneten ihr Vorgehen als in hohem Maße unglücklich. Es sei nach heutiger Sicht falsch gewesen, auch wenn Impfstoff verwendet worden sei, der ansonsten unweigerlich im Abfall gelandet wäre, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die beiden Ärzte am Gesundheitsamt Passau hatten den Impfstoff aus den zur Entsorgung vorgesehenen leeren Glasampullen gewonnen. Das Passauer Gesundheitsamt hatte damals eine Impfaktion für seine Beschäftigten durchgeführt. Sie sollte verhindern, dass die Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes ausfallen. 42 von 160 Mitarbeitern wurden mit Biontech geimpft - mehr Impfstoff stand nicht zur Verfügung.

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