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Gesundheitsämter nutzen bisher keine Gästelisten von Restaurants | BR24

© dpa Picture-Alliance Arne Dedert

Ein Gast gibt seine Daten in einer Liste eines Restaurants ein

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    Gesundheitsämter nutzen bisher keine Gästelisten von Restaurants

    Bisher hat noch kein Gesundheitsamt in Unterfranken Gebrauch von den Gästelisten gemacht, die während der Corona-Pandemie in Restaurants und Gaststätten geführt werden. Das haben die neun unterfränkischen Landratsämter dem BR auf Anfrage mitgeteilt.

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    Seit dem 18. Mai darf die Außengastronomie in Bayern wieder Gäste empfangen, seit dem 25. Mai dürfen Restaurants ihre Gäste auch innen bewirten. Wer ein Restaurant oder eine Gaststätte besucht, muss seinen Namen, seine Telefonnummer und die Dauer seines Aufenthalts auf einem Formular angeben. So könne man Infektionsketten zurückverfolgen.

    "Diese Listen können sehr hilfreich sein, weil man abschätzen kann, zu welchem Zeitpunkt und wie lange sich Kontaktpersonen an diesem Ort aufgehalten haben. Diese Informationen brauchen wir." Johann Löw, Leiter des Würzburger Gesundheitsamts

    Bisher sei im Landkreis Würzburg aber noch kein Fall aufgetreten, bei dem sich der Patient in einem Restaurant aufgehalten habe. Auch im Landkreis Miltenberg sei es noch nicht notwendig gewesen, Gästelisten von Restaurants anzufordern: "Trotz des glücklichen Umstandes, dass wir diese Listen noch nicht gebraucht haben, halte ich das im Grundsatz für ein gutes Instrument, um das Ausbreiten des Virus einzudämmen", sagt der Miltenberger Landrat Jens Marco Scherf (Grüne).

    Hoher Aufwand für Gastwirte

    Für Gastronomen aber bedeuten die Gästelisten einen enormen bürokratischen Aufwand. "Der Aufwand ist sehr groß und wird sicher zusätzliche Arbeitskräfte fordern", sagt Michael Schwägerl, Bezirksgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes. So auch im Würzburger Hofbräukeller: Hier musste Gastwirt Reinhard Henke wegen der Listen zwei neue Arbeitskräfte einstellen. Jeden Tag kommen etwa 500 Gäste in den Biergarten des Hofbräukellers. Jeder Gast muss sich in die Listen eintragen.

    Hohe Kosten für Hygienemaßnahmen

    "Ein Tag – ein voller Ordner", sagt Henke. Druckerpatronen, Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken: Die Corona-Maßnahmen kosten Henke rund 3.000 Euro im Monat. Trotzdem freut sich der Gastwirt, dass er seinen Biergarten und sein Restaurant wieder öffnen darf: "Den Aufwand nehme ich gerne auf mich. Lieber so einen Stress und geöffnet als weiterhin geschlossen."

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