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Gesunder Umgang mit digitalen Medien | BR24

© BR/dpa

Soziale Medien können Stress auslösen

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    Gesunder Umgang mit digitalen Medien

    In Augsburg ist ein Forschungsprojekt gestartet, das sich mit dem Stress beschäftigt, den digitale Medien bei den Menschen auslösen. Die Forscher wollen herausfinden, wie sich dieser digitale Stress auf die Gesundheit auswirkt.

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    Fünf bayerische Universitäten sind an dem Forschungsverbund beteiligt. Einer der Hauptaspekte, mit dem sich die Wissenschaftler auseinandersetzen: Was genau macht am digitalen Stress krank?

    Digitaler Stress und seine Auswirkungen auf die Gesundheit sind bislang kaum erforscht. Umso wichtiger sei es, dass sich jetzt gleich an mehreren Unis in Bayern Experten mit dem Thema beschäftigten, sagt der Projektleiter, der Augsburger Wirtschaftsinformatiker Henner Gimpel.

    Wie macht digitaler Stress krank?

    Das blaue Licht, das Laptops, Computer und auch Smartphones ausstrahlen, kann die Sehzellen am Auge schädigen. Dieses Licht hat aber auch zur Folge, dass der Schlaf gestört wird. Wer abends lang vor dem Rechner sitzt oder aufs Smartphone schaut, wacht morgens möglicherweise gerädert auf. Projektleiter Henner Gimpel sagt, digitaler Stress wirke zunächst auf die Psyche: "Wir nehmen das als Bedrohung wahr, das geht dann aber auch sofort über in körperliche Reaktionen."

    Damit einher gehe die Ausschüttung von Stresshormonen, sagt Gimpel. Dies führe nach längerer Zeit zu Entzündungsreaktionen, die sich auf das Herz-Kreislauf-System auswirken könnten, so Gimpel. Aber auch Kopf-, Rücken- und Nackenschmerzen würden zunehmen.

    Ständig erreichbar

    Digitaler Stress entsteht auch durch die ständige Erreichbarkeit durch Smartphones. Das Verschwimmen der Grenze zwischen Beruf und Privatleben sei einer der Treiber des digitalen Stresses, sagt Tim Weitzel von der Universität Bamberg. "Die psychologischen Konsequenzen äußern sich dann in Phänomenen, die man als Burn Out bezeichnet", so Weitzel. Man habe nachweisen können, dass digitaler Stress in Unternehmen zu höheren Kündigungsraten führen - und zu einem Anstieg von Krankheitstagen.

    Stress durch soziale Medien

    Digitaler Stress wird zudem durch soziale Medien verursacht: Facebook, Whatsapp, Youtube und andere sind so aufgebaut, dass die Nutzer dazu animiert werden, möglichst lange auf den Seiten zu verweilen.

    Ein weiteres Forschungsfeld der Wissenschaftler ist es daher, herauszufinden, wie digitaler Stress möglichst reduziert werden kann. Und Fragen zu beantworten wie etwa: Wie kann ein Arbeitsplatz möglichst stressfrei gestaltet sein, wie können Softwareprogramme idealerweise aussehen, dass digitaler Stress erst gar nicht entsteht?