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Laut Polizeigewerkschaft braucht das Abschiebegefängnis in Hof mehr Personal. (Symbolbild)

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Gestrichene Stellen: Hofer Abschiebegefängnis fehlen Polizisten

Kurz nach Fertigstellung des Abschiebegefängnisses in Hof gibt es die ersten Probleme. Es geht um 20 zusätzliche Arbeitsplätze, die offenbar wieder gestrichen wurden. Die Polizeigewerkschaft hofft nun auf Unterstützung vom bayerischen Innenminister.

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Von
  • Annerose Zuber
  • BR24 Redaktion

Vertreter der oberfränkischen Polizeigewerkschaft treffen sich heute zu einem Krisengespräch mit Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in München. Es geht um 20 zusätzliche Arbeitsplätze bei der Polizeiinspektion Hof für das neue Abschiebegefängnis in Hof. Diese dringend benötigten Stellen seien nun überraschend wieder vom Ministerium gestrichen worden, obwohl bereits zusätzliche Dienstfahrzeuge angeschafft und Diensträume eingerichtet wurden, kritisiert Jürgen Köhnlein, der seit knapp einem Jahr bayerischer Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft und auch oberfränkischer Personalratsvorsitzender ist.

Polizisten übernehmen Aufgaben im Abschiebegefängnis in Hof

Vor dem Bau der neuen Abschiebehafteinrichtung in Hof, die insgesamt Platz für 150 abgelehnte Asylbewerber haben wird, habe es eine Zusage für die 20 Polizei-Stellen in Hof gegeben. Diese zusätzlichen Polizistinnen und Polizisten würden auch dringend benötigt, denn die Polizeiinspektion Hof sei ab Oktober unter anderem für den Transport der abgelehnten Asylbewerber zu und aus dem Abschiebegefängnis verantwortlich – egal ob es sich um Fahrten zum Abflughafen, zu Botschaften oder zu ärztlichen Untersuchungen handelt. "Das ist eine Zusatzaufgabe für ganz Deutschland", so Köhnlein. Es könne nicht sein, dass dies die oberfränkische Polizei ohne weiteres Personal stemmen soll.

Parallelen zu Personal-Situation im Ankerzentrum Bamberg

Köhnlein erinnert an das Ankerzentrum Bamberg, wo erst nach verstärkten Protesten der Polizeigewerkschaft zusätzlich Stellen geschaffen worden seien. Zuvor hätten monatelang Kulmbacher Polizisten in Bamberg und dafür dann Hofer Polizisten in Kulmbach aushelfen müssen.

Ob die vor 20 Jahren fest zugesagten Stellen nun bewusst oder aus Versehen gestrichen wurden, will der Polizei-Personalratsvorsitzende heute im Gespräch mit Innenminister Joachim Herrmann klären.

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