BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: picture alliance/dpa | Stefan Puchner

Die Landtags-SPD hat die Staatsregierung aufgefordert, die Absage der Faschingsferien zurückzunehmen. In Zeiten des Distanzunterrichts brauchten Familien Erholungspausen. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat eine Petition überreicht.

70
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Gestrichene Faschingsferien sorgen für hitzige Landtags-Debatte

Um versäumten Unterricht nachzuholen, hat die bayerische Staatsregierung die Faschingsferien gestrichen. Dagegen gibt es Proteste von Schülern und Eltern. Auch Verbände, Gewerkschaften und Teile der Opposition fordern den Erhalt der Ferien.

70
Per Mail sharen
Von
  • Vera Cornette

"Wenn man Distanzunterricht ernst nimmt, ist es Unterricht“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Landtags-SPD, Margit Wild. Deshalb brauche es dringend Erholungspausen, so die Politikerin. Laut Wild wurden die Ferien einst eingeführt, um eine Möglichkeit zum Verschnaufen zwischen Weihnachten und Ostern zu schaffen. Das Streichen dieser Erholungspause inmitten der Pandemie kritisierte Wild scharf.

"Die Streichung der Ferien zeigt deutlich die Ignoranz des Ministers gegenüber den Belastungen des Lernens zu Hause. Wertschätzung und Anerkennung für die Arbeit der Lehrkräfte und der Schülerinnen und Schüler und Eltern sieht anders aus." Margit Wild, bildungspolitische Sprecherin der Landtags-SPD

AfD: Rahmenbedingungen sind Problem

Neben dem Antrag der SPD wurde auch über mehrere Petitionen debattiert, die zehntausende Male unterzeichnet wurden und ebenfalls den Erhalt der Faschingsferien fordern. Die Regierungsfraktionen lehnten den Antrag ab. Die AfD enthielt sich. Deren Bildungspolitiker Markus Bayerbach wies darauf hin, dass es die Rahmenbedingungen seien, die Kinder und Eltern "kaputt machten", etwa, wenn es "acht bis zehn Stunden dauert, in eine Cloud zukommen."

Grüne und FDP sprachen sich für den Erhalt der Faschingsferien aus. Matthias Fischbach, FDP-Bildungspolitiker, verwies auf die Vielzahl der Petenten und Verbände, die sich in den vergangenen Tagen bereits gegen die Streichung ausgesprochen hatten.

Thüringen verlegt Ferien

So hatte etwa Michael Schwägerl, Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, auf die Notwendigkeit einer Pause Mitte Februar hingewiesen: "Wir würden sogar so weit gehen, eine digitalfreie Zeit in den Familien – soweit es geht – einzuräumen. Denn Distanzunterricht ist anstrengend, ist belastend. Das wird Tag für Tag immer deutlicher."

Während Bayern nach jetzigem Stand bei der ersatzlosen Streichung der Faschingsferien bleibt, hat beispielsweise Thüringen seine Winterferien von Februar auf diese Woche vorgezogen. Damit fallen die Ferien in die Zeit des verlängerten Lockdowns, in dem es keinen Präsenzunterricht geben soll. Eine solche Regelung hatten auch die Grünen im Bayerischen Landtag angeregt.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!