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Gestank in Thierhaupten – Anwohner wollen endlich frische Luft | BR24

© BR/Thomas Pösl
Bildrechte: BR/Barbara Leinfelder

Dass es in manchen Ecken Thierhauptens immer wieder aus dem Gulli stinkt, ist im ganzen Ort bekannt. Doch keiner weiß, woher der Geruch kommt. Der Bürgermeister will sich nun auf die Suche begeben.

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Gestank in Thierhaupten – Anwohner wollen endlich frische Luft

Fauliger Geruch aus dem Gulli vor der Haustür macht den Anwohnern in Thierhaupten im Landkreis Augsburg zu schaffen. Genau an der Kreuzung von Amselweg und Weidener Straße ist es besonders schlimm. Jetzt haben Anrainer die Nase voll.

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Von
  • Thomas Pösl
  • Barbara Leinfelder
  • Beate Mangold

Wenn Franziska Sommer morgens zum Lüften die Fenster öffnet, dann ist da immer dieses bange Gefühl: Stinkt es heute wieder oder nicht? Sie wohnt in der Marktgemeinde Thierhaupten im Landkreis Augsburg, 4.000 Einwohner, idyllische Lage am Ortsrand, eigentlich ein Traum. Doch für die Sommers wird der stinkende Kanal vor der Haustür immer mehr zum Alptraum.

Geruch sorgt für Würgereiz

Der Gestank, sagt sie, zieht vom Gulli durchs Abwasserrohr zum Teil sogar in die Häuser. Seit Jahren sei das schon so, mal mehr, mal weniger. Oft aber so stark, dass der Geruch einen regelrechten Würgereiz auslöse. Franziska Sommer behilft sich dann mit Lavendelspray, das sie in den Zimmern versprüht. Anders sei es nicht auszuhalten, meint sie.

Was ist die Ursache?

Warum es gerade in dieser Ecke des Orts, wo Neubaugebiet und früherer Ortsrand aneinandergrenzen, oft derartig stinkt, kann sich keiner so recht erklären. Faulig riecht es, sagt Steffi Breitbart, die mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn hier wohnt. "So wie wenn der Landwirt die Felder düngt, aber stärker." Wenn Gäste zu Besuch kommen, seien die oft fassungslos, sagt ihr Nachbar Mathias Ansbacher: "Die sagen, was stinkt denn hier so gottserbärmlich." Er geniere sich da, obwohl die Anwohner ja gar nichts dafürkönnten.

Alle Maßnahmen bisher erfolglos

Dabei hat der Bürgermeister Toni Brugger schon alles Mögliche probiert: Seine Mitarbeiter haben den Kanal gespült, einwachsende Wurzeln beseitigt und sogar eine Kamera durch das Rohr geschickt, um Hinweise auf mögliche Ursachen des Stinkeproblems zu bekommen. Gebracht hat es nichts, immer wieder kam der Geruch zurück.

Alle 14 Tage stinkt es

Mathias Ansbacher hat jetzt seit einigen Monaten ein "Stinketagebuch" geführt und immer aufgeschrieben, wenn es besonders massiv müffelt. An Weihnachten sei es besonders schlimm gewesen, dann wieder am Dreikönigstag. Alle 14 Tage in etwa, meint der Rentner, das sehe man jetzt an seinen Einträgen. Im Moment aber mache der Gestank Pause - was Ansbacher verwundert.

Kein Geruch mehr nach Artikel im Gemeindeblatt

Nach dem Erscheinen eines Artikels im Gemeindeblatt von Thierhaupten nämlich riecht es jetzt nicht mehr. Einige Anwohner vermuten, dass möglicherweise doch jemand verbotenerweise den Kanal zur Entsorgung von Tierfäkalien benutzt hat. Deshalb hat die Gemeinde einen Abwasserexperten beauftragt, der den Kanal jeden Tag kontrolliert. Sobald die Anwohner ihn wegen des Gestanks alarmieren, wird er außerdem Wasserproben nehmen, die dann im Labor untersucht werden, so die Gemeinde. Damit die Anwohner zwischen Weidener Weg und Amselstraße endlich wieder frische Luft in die Nase bekommen.

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