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Grabstein der toten Peggy

Manuel S., der Tatverdächtige im Fall Peggy, hat gestanden, dass er das tote Mädchen aus Oberfranken 2001 in ein Waldstück in Thüringen transportiert hat. Das sagte der Leiter der SOKO Peggy, Uwe Ebner, heute bei einer Pressekonferenz zu diesem rätselhaften Kriminalfall in Bayreuth.

41-Jähriger will tote Peggy übernommen haben

Die Polizei ermittelt gegen Manuel S. nun wegen Mordes. Der 41-Jährige habe den leblosen Körper von Peggy an einem Bushäuschen in Lichtenberg von einem anderen Mann übernommen, den er in der Vernehmung namentlich benannt habe. Die Polizei machte mit Hinblick auf die laufenden Ermittlungen dazu keine weiteren Angaben. Manuel S. soll noch versucht haben, das Mädchen zu beatmen, gab er laut Polizei in der Vernehmung an. Er soll sie dann in eine rote Decke gewickelt, in den Kofferraum seines goldenen Audi 90 gelegt und in einem Waldstück in Thüringen abgelegt haben.

Ermittlungen im Fall Peggy gehen weiter

Wenige Tage später soll er den Schulranzen und die Jacke des Mädchens bei sich zu Hause verbrannt haben. Was vor der Übergabe der Leiche passiert ist, ist derzeit noch nicht bekannt. "Wir sind in den Ermittlungen einen wesentlichen Schritt weiter gekommen. Aber jetzt sind weitere Ermittlungen nötig", so Ebner.

Peggy vor 17 Jahren verschwunden

Seit 17 Jahren ist das Schicksal der kleinen Peggy ein Mysterium. Am 7. Mai 2001 war die damals Neunjährige auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Gut 15 Jahre später - Anfang Juli 2016 - fand ein Pilzsammler Teile ihres Skeletts in einem Waldstück bei Rodacherbrunn in Thüringen - knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg entfernt.

Manuel S. bleibt auf freiem Fuß

Vergangene Woche hatte die Polizei mehrere Anwesen des 41 Jahre alten Beschuldigten durchsucht. Er gehörte laut Staatsanwalt schon früher zum Kreis der Verdächtigen. Der 41-Jährige sei vernommen und danach wieder entlassen worden. Er bleibt trotz der neuen Entwicklung auf freiem Fuß. "Haft setzt einen dringenden Tatverdacht voraus, den sehen wir im Moment nicht", sagte der Staatsanwalt zur Begründung.

Neue Spuren ergaben entscheidende Hinweise

Den entscheidenden Hinweis ergaben offenbar Spuren, die 2016 am Fundort von Peggys sterblichen Überresten gefunden worden waren. Darunter sind mikroskopisch kleine Pollen, die als Torf identifiziert wurden. Dadurch ergab sich ein Zusammenhang mit Gartenarbeiten von Manuel S. am Tattag, die den Ermittlern bereits bekannt waren.

Außerdem wurden Farbreste von Renovierungsarbeiten in dem Waldstück gefunden, die ebenfalls auf Manuel S. hindeuten. Er hatte damals renoviert. Am Tag ihres Verschwindens war Peggy um 13.24 Uhr zuletzt am Henry-Marteau-Platz in Lichtenberg gesehen worden. Manuel S. war an diesem Tag um 15.17 Uhr in der dortigen Sparkassen-Filiale gesehen worden. Entgegen seiner bisherigen Angaben war er mit seinem Audi 80 am Nachmittag des 7. Mai in Lichtenberg unterwegs. Trotz der langen Zeit konnte die Polizei den Audi finden und kriminaltechnisch untersuchen.

Polizei sucht Zeugen

Die oberfränkische Polizei setzte erneut eine Belohnung in Höhe von 30.000 Euro auf Hinweise aus. Die konkreten Fragen: Wer hat am Montag, 7. Mai 2001, den goldfarbenen Audi 80 gesehen? Wer hat an oder in dem Fahrzeug Personen wahrgenommen, gegebenenfalls mit Peggy Knobloch? Wer hat Manuel S. zuvor jemals mit Peggy gesehen?