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Geschlossene Kinder-Stationen: Opposition mahnt | BR24

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In Bayern müssen Kliniken Teile ihrer Kinderstationen schließen, weil sie sie nicht mehr finanzieren können.

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Geschlossene Kinder-Stationen: Opposition mahnt

In Bayern mussten bereits einzelne Kinder-Stationen schließen, weil die Krankenhäuser streng auf Profit getrimmt sind. Aktuell beschäftigt das Thema auch die bayerische Landespolitik - die Opposition mahnt, aber zuständig ist vor allem der Bund.

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Viele Kinderkliniken sind bei rein ökonomischer Rechnung ein Verlustgeschäft - weshalb auch in Bayern bereits einige Abteilungen oder Stationen geschlossen wurden und andere gefährdet sind. Kinder- und Jugendärzte schlagen daher seit längerem Alarm und kritisieren besonders das umstrittene Fallpauschalen-System. Nachdem BR24 das Thema erneut aufgegriffen hat, richten nun auch bayerische Oppositionspolitiker mahnenden Worte an die Regierenden.

Waldmann: Fallpauschalen für Behandlung von Kindern anpassen

Die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Waldmann forderte die Staatsregierung am Dienstag auf, sich beim CDU-geführten Bundesgesundheitsministerium für eine Anpassung der Fallpauschalen einzusetzen." Es kann doch nicht sein, dass die Gesundheitsversorgung unserer Kinder nicht gewährleistet ist, weil das System krankt", betonte Waldmann. Weil die Behandlung von Kindern mehr Zeit benötige als die von Erwachsenen, müsse sie auch anders abgerechnet werden dürfen.

Die FDP nimmt vor allem die Kliniken in den Blick, bei denen der Staat als Träger fungiert. Hier müsse die Staatsregierung für eine ausreichende Finanzierung sorgen. Der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Winhart erklärte ebenfalls, es könne nicht sein, "dass Kinderstationen in öffentlichen Kliniken in Bayern aus Kostengründen geschlossen werden müssen". Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) müsse deshalb "handeln und schnellstmöglich Abhilfe schaffen".

Huml: "Müssen das noch ausweiten"

Auch die angesprochene Gesundheitsministerin Huml, selbst Ärztin, hat die Problematik erkannt. Zwar seien deutschlandweit bereits einige Fallpauschalen für die Behandlung von Kindern angepasst worden, erklärte sie zuletzt. "Aber das reicht nicht. Wir müssen das noch weiter ausweiten." Allerdings ist laut Huml nicht alles schlecht - als Positivbeispiel verweist sie etwa auf die unlängst eröffnete umgebaute Kinder- und Jugendpsychiatrie in Regensburg.

Auch der GKV-Spitzenverband - die Interessenvertretung der Krankenkassen in Deutschland - hat auf BR-Anfrage Änderungen im Fallpauschalen-System angekündigt. Demnach liegen entsprechende Vorschläge aktuell bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Prüfung.

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In Bayern müssen Kliniken wegen Geldmangels Teile ihrer Kinderstationen schließen. Denn für das deutsche Gesundheitssystem sind schwerkranke Kinder zu teuer. Berlin will reagieren, doch manchem todkranken Kind läuft die Zeit davon.