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Geschlossen wegen Corona: Ruhe im Nürnberger Tiergarten | BR24

© BR/Birgitt Roßhirt

Auch der Nürnberger Tiergarten ist wegen der Corona-Pandemie derzeit geschlossen.

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Geschlossen wegen Corona: Ruhe im Nürnberger Tiergarten

Der Nürnberger Tiergarten ist ein weitläufiger Landschaftszoo. Gerade im Frühling und in den Osterferien ist er beliebtes Familienausflugsziel. Doch nicht heuer. Der Tiergarten ist wegen des Coronavirus vorübergehend geschlossen.

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Derzeit sind die Tore des Nürnberger Tiergartens geschlossen und dicht. Die Wege auf dem 65 Hektar großen Gelände sind einsam. Wegen des Coronavirus musste auch der Tiergarten schließen. Bisher ist geplant, dass er auf jeden Fall bis 19. April geschlossen bleibt – eine ungewöhnliche Situation, nicht nur für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch für die hier lebenden Tiere.

Tiere genießen den Frühling

Die Mähnenspringer, sogenannte "Ziegenähnliche" aus Afrika, machen einen äußerst zufriedenen Eindruck. Die braunen Tiere mit den gebogenen Hörner sonnen sich im Sand und nehmen dort auch gleich ein Bad. Sichtlich genießen sie die Sonne in ihrem Freigehege. Ob sie die Besucher vermissen? Der zoologische Leiter des Tiergartens, Helmut Mägdefrau, ist sich da nicht sicher. "Inwieweit für die Tiere die fehlenden Besucher sind, was für uns Fernsehverbot wäre … Das wissen wir nicht."

© Tiergarten Nürnberg

Der Nürnberger Tiergarten ist zurzeit geschlossen. Die Mähnenspringer genießen die Sonne ohne Besucher trotzdem in vollen Zügen.

Tiere versorgen, andere Arbeiten fallen dafür weg

Wie alle öffentlichen Einrichtungen hat auch der Tiergarten geschlossen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Für die Tiere geht der übliche Tiergarten-Alltag weiter. Für Futter ist gesorgt und auch einsatzfähige Mitarbeiter gebe es noch genügend, versichert Mägdefrau.

Organisatorisch hat der Tiergarten etwas umstrukturiert. Es gibt nun zwei Mitarbeiter-Teams, die sich nicht begegnen und Personal, das einspringen kann, sollte eine Mitarbeitergruppe in Quarantäne müssen. Die Versorgung der Tiere ist gewährleistet. Das Arbeitspensum sei zu schaffen, weil einige Arbeiten weg fallen. "In den Häusern muss der Besucherbereich nicht jeden Tag sauber gemacht werden. Fensterscheiben putzen, weil die Kinder immer hintatschen … das war sonst zwei Mal am Tag nötig", so Mägdefrau. "Schulklassenbesuche, kommentierte Fütterungen. Solche Arbeiten fallen jetzt ja weg", fügt er an.

Dass sich Tiere mit dem Corona-Virus anstecken, hält Mägdefrau für nahezu ausgeschlossen. Gefährdet wären seiner Meinung nach allenfalls die Menschenaffen, die aber ohnehin keinen direkten Kontakt zu Pflegekräften haben.

Geschätzte 1,5 Millionen Euro Einnahmen fehlen

An sonnigen Märztagen kommen üblicherweise etwa 1.000 bis 1.500 Besucher in den Tiergarten. In den Osterferien können es bis zu 14-tausend Besucher an einem Tag sein. Diese Einnahmen werden nun fehlen. Da der Tiergarten mit seinem Geld auch wissenschaftliche Forschungsarbeit leistet, schmerze das sehr, so Mägdefrau. Er kalkuliert mit Mindereinnahmen in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Die Stimmung ist "ein bißchen unheimlich"

Tatsächlich findet Mägdefrau, man könne es durchaus genießen, bei schönem Wetter den Tiergarten tagsüber für sich allein zu haben. "Aber das ist ja nicht der Zweck des Tiergartens", so der zoologische Leiter und "ein bisschen unheimlich" sei es auch, "wenn sich so gar nichts tut."

Über Jahrzehnte hat Mägdefrau den Tiergarten begleitet. Heuer geht er in Ruhestand. Corona? Kein schöner Abschied. Aber noch ist nicht klar, wie lange die Schließung notwendig sein wird. "Das ist für mich die perfekte Vorbereitung auf den Ruhestand: Jetzt wird es ruhiger und im Juni wird es noch mal ruhiger", lacht Mägdefrau. Und mit abschließendem Achselzucken: "Das Leben ist kein Ponyhof."