Festakt zum 100. Geburtstag des Frankenbundes

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Geschichte lebendig halten: Frankenbund feiert 100. Geburtstag

Geschichte lebendig halten: Frankenbund feiert 100. Geburtstag

Gegründet in der unruhigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg setzt sich der Frankenbund nun schon seit über 100 Jahren dafür ein, die fränkische Kultur und Geschichte zu bewahren. Tausende Ehrenamtliche halten den Verein mit ihrem Engagement lebendig.

Eigentlich gibt es den Frankenbund bereits seit 101 Jahren. Wegen der Corona-Pandemie musste die Feier zum 100. Geburtstag letztes Jahr jedoch ausfallen, weshalb der Frankenbund das Jubiläum nun erst heute in Würzburg feiert.

Geschichte bewahren, denn so hat sie Zukunft

Der Verein mit über 7.000 Mitgliedern will die fränkischen Wurzeln mit Vorträgen, Führungen und Wanderungen stärken. Der Frankenbund kauft auch immer wieder Kunstwerke und stellt diese Museen zur Verfügung. Auch die zahlreichen Bildstöcke in der Region liegen dem Frankenbund am Herzen. Aktuell werden sie vielerorts dokumentiert und restauriert.

Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg

Fränkische Geschichte und Geschichten zu bewahren und für die Nachwelt zu erhalten – das hat sich der Frankenbund seit über 100 Jahren zur Aufgabe gemacht. Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte große Unruhe in der Bevölkerung. Im Würzburger Gasthof Franziskaner versammelte am 11. Oktober 1920 der Gymnasiallehrer Peter Schneider Mitstreiter – allesamt Kenner von Geschichte, Kunst und Kultur Frankens. Es war die Geburtsstunde des Frankenbundes.

Ehrenamtliches Engagement

Der Frankenbund wuchs schnell – sogar über seine Grenzen hinaus. In Baden-Württemberg gehört der Heimat- und Kulturverein Großrinderfeld dazu. Dort werden derzeit alte Fotos digitalisiert. Sie zeigen das Leben im Ort vor rund 100 Jahren. Der Heimat- und Kulturverein zeigt auf seiner Homepage das digitale Fotoalbum. Viele der 7.000 Mitglieder des Frankenbundes engagieren sich ehrenamtlich: Sie schreiben Ortschroniken, kartieren Bildstöcke, halten Vorträge. Hunderte Projekte laufen vielerorts.

Judith Gernert half ihrem Vater schon als Kind bei vielen Aktionen und lernte so den Verein kennen. Die 25-Jährige engagiert sich nun in Großrinderfeld unter anderem beim Archivieren alter Fotos. Der Frankenbund finanziert in einigen Museen immer wieder Kinderführungen und unterstützt auch Jugendliche, die Facharbeiten über ihre Heimat schreiben.

BR-Dreharbeiten zum 100. Geburtstag des Frankenbundes.

Bildrechte: BR/Josef Lindner

Immer auf der Suche nach Kunstschätzen

Eine DIN-A5 große Grafik schenkte der Frankenbund dem Martin von Wagner Museum in Würzburg. Sie ist klein an Format, aber groß an Bedeutung. Es handelt sich dabei um die wohl erste Darstellung der Würzburger Residenz. Dr. Verena Friedrich hat sie im Kunsthandel entdeckt. Sie leitet im Frankenbund die Würzburger Gruppe und konnte für den Verein die 300 Jahre Grafik kaufen. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Frankenbund immer wieder Kunst erworben und an Museen verschenkt oder diese bei Ankäufen unterstützt.

Eigene Geschichte wandert

In einer Wanderausstellung zeigt der Frankenbund seine Geschichte. Sie erzählt von der Gründung im Jahr 1920. Eine Zeit voller Unruhe, Leid und Hunger nach dem Ersten Weltkrieg. Mit der Gründung des Frankenbundes sollte den "entwurzelten Menschen wieder Heimat, Sicherheit und Geborgenheit" gegeben werden, so der Bundesvorsitzende Dr. Paul Beinhofer.

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