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Geschätzt 365 Singvögel pro Jahr und Katze | BR24

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Geschätzt 365 Singvögel pro Jahr und Katze

Immer weniger Naturräume und immer weniger Insekten – Vögeln wird das Leben auch in Schwaben nicht leicht gemacht. Auch durch streunende Katzen und freilaufende Hunde sind sie gefährdet. Doch viele Haustierbesitzer wollen davon nichts wissen.

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Auch Blindschleichen, Frösche, Kröten und junge Hasen passen ins Beuteschema von verwilderten Katzen. Doch gerade jetzt in der Brutzeit richten sie verheerende Schäden unter Vögeln an. Laut Lothar Zettler, der sein Jagdrevier an der Günz hat, haben es die meisten Katzen auf Vögel, die sich nah am Boden bewegen, abgesehen. Allerdings machen sie auch vor Amseln oder Blaumeisen nicht Halt.

Kritische Wochen für den Vogelnachwuchs

Angesichts von rund acht Millionen Katzen in Deutschland sieht auch Ottmar Frimmel, der Naturschutzbeauftragte im Landratsamt Günzburg, ein ernstes Problem.

"Es gibt Zahlen, da geht man davon aus, dass in einem Jahr eine Katze, die wirklich verwildert ist und sich draußen ernährt, 365 Vögel frisst." Ottmar Frimmel, Naturschutzbeauftragter im Landratsamt Günzburg

Wenig Verständnis bei Hundehaltern

Gerade jetzt beginnen die Wochen, die für den Vogelnachwuchs entscheidend sind. Auch freilaufende Hunde richten dann teils enorme Schäden an, wenn sie brütende Vogeleltern aufscheuchen und vom Nest vertreiben. Im Bremental bei Jettingen hatte Ottmar Frimmel daher Schilder aufgestellt, auf denen er Hundehalter höflich darum bat, ihre Hunde an der Leine zu lassen. Auf Verständnis konnte er nicht hoffen – stattdessen waren die Schilder schon nach wenigen Tagen verschmiert.

Haustierbesitzer müssen informiert werden

Wer Tierfreund ist, sollte besonders jetzt an alle Tiere denken und beispielsweise Katzen im Nahbereich des Hauses halten, fordert Ottmar Frimmel. Jäger Lothar Zettler hat die Erfahrung gemacht, dass sich viele Katzen- oder Hundehalter schlicht gar keine Gedanken machen.

"Die wissen gar nicht um die Problematik, was sie machen, wenn sie einen Hund springen lassen. Die muss man informieren." Jäger Lothar Zettler