BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa-Bildfunk/Sven Hoppe
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Coronavirus - Luftfilter in Schulen

26
Per Mail sharen

    Gerüstet: An diesen Schulen in Bayern sind Luftfilter im Einsatz

    Die Corona-Neuinfektionen steigen wieder und die Sorge vor neuen Einschränkungen wächst. Luftfilter könnten helfen, die Sicherheit an Schulen zu verbessern. In einigen bayerischen Regionen sind solche Geräte bereits vorhanden - andere überlegen noch.

    26
    Per Mail sharen
    Von
    • Renate Rossberger
    • Dagmar Bohrer-Glas
    • Martin Breitkopf
    • Theresa Krinninger
    • Claudia Heider

    In Bayern bemühen sich viele Stadt- und Landkreise um Luftfilter in Schulen, um den Präsenzunterricht nach den Sommerferien gewährleisten zu können. Vom Freistaat gibt es Fördergelder. Einige Schulen haben Klassenzimmer schon mit Luftfiltern ausgestattet, andere wiederum sind gerade in der Entscheidungsfindung, welche Lösung und welche Geräte am effektivsten sind.

    Planungen in den Landkreisen Cham und Regen

    Das Landratsamt des Landkreises Cham/Oberpfalz sei bei den weiterführenden Schulen derzeit intensiv "im Entscheidungsprozess". Momentan wird beraten, ob und was man kauft und wo es wirklich Sinn macht. Demnächst sollen Entscheidungen dazu fallen.

    Gleiches gilt für den Landkreis Regen/Niederbayern. Es geht dort um die Frage, ob man 385 Klassenzimmer, die Fenster haben und lüftbar sind, noch zusätzlich mit Luftreinigern ausstattet oder nicht. Wo Räume gar nicht zu lüften sind, hat man schon 2020 solche Geräte angeschafft.

    Je nach Schulart unterschiedliche Zuständigkeiten beim Kauf

    Im Gegensatz zu den weiterführenden Schulen, für die der Landkreis für die Ausstattung zuständig ist, ist bei den Grundschulen die jeweilige Kommune der Sachaufwandsträger. Das bedeutet, dass jede Gemeinde für ihre Grundschule entschieden kann, ob Luftfilter angeschafft werden oder nicht.

    Stadt Cham: Luftfilter bereits in allen Grundschulen vorhanden

    Das Schulamt Cham hat jedoch darüber informiert, dass in der Stadt bereits in allen Grundschulen Luftfilter-Geräte stehen. Andere Orte seien gerade noch in der Testphase. Dabei zeigt sich, dass zum Beispiel die Lautstärke mancher Geräte im Vollbetrieb problematisch sein kann, gerade im Unterricht.

    Das Schulamt Regen hat keinen Überblick über die Zahl angeschaffter Geräte, weil die Schulen das dort auch nicht melden müssen.

    Rosenheim setzt auf CO2-Ampeln

    In Rosenheim werden nur die Schulräume Luftreinigungsgeräte bekommen, in denen eine normale Belüftung nicht möglich ist, so die Stadt Rosenheim auf BR-Anfrage. In den anderen Klassenzimmern und Fachräumen wurden inzwischen CO2-Ampeln installiert. Die Stadt hat als Sachaufwandsträger rund 630 solcher CO2-Ampeln für die städtischen Schulen angeschafft. Die Investitionskosten hier lagen bei über 74.000 Euro.

    Die Ampeln melden eine zu hohe CO2-Belastung im Klassenraum, dann müssen die Fenster geöffnet werden. Auch die Otfried-Preußler-Schule in Stephanskirchen hat 30 CO2-Ampeln in den Klassenzimmern installiert und Schulleiter Florian Burggraf zeigt sich damit zufrieden. Nur selten habe man überhaupt die Mittelstufe gelb erreicht, was zeige, dass die Klassen mit ihrem Lüftungsverhalten bereits richtig lägen.

    Lautstärke der Luftreinigungsgeräte ein Problem

    Ob die Klassenräume, die bereits eine Ampel haben, auch noch Luftreinigungsgeräte bekommen sollen, sei offen. Räume, die nicht zu lüften sind, hätten diese Geräte bereits und in der Praxis zeige sich, dass die Luftreinigungsgeräte als sehr laut empfunden würden.

    Auch auf dem Berg sind CO2-Ampeln offenbar hilfreich: Wie das Brünnsteinhaus mitteilte, sind auch dort zwei CO2-Ampeln in den Gasträumen installiert worden und die Gäste reagierten darauf sehr positiv. Hüttenwirt Sepp Tremml habe schon öfters beobachtet, dass die Gäste abends selber im Salettl die Fenster zum Lüften öffneten, nachdem die Ampel auf gelb umgesprungen war.

    Garmisch-Partenkirchen will vorerst keine Luftfilter kaufen

    Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen sieht eine kurzfristige Anschaffung mobiler Luftreinigungsgeräte mit Vorbehalt, deshalb habe man noch keine konkrete Beschaffung von Luftreinigungsanlagen ins Auge gefasst. Die weiterführenden Schulen im Landkreis wurden aber angeschrieben, ob sie eine Beschaffung von Luftreinigungsanlagen wünschen.

    Derzeit wartet das Landratsamt auf die Rückmeldung der Schulen, um dann eine individuelle Lösung für die jeweilige Schule finden zu können. Bereits vor einiger Zeit habe der Landkreis die Klassenräume in den Schulen, die in Sachaufwandträgerschaft des Landkreises stehen, mit CO2-Warnampeln ausgestattet. Dafür wurden vom Landkreis etwa 250 Geräte für ca. 30.000 Euro beschafft.

    Lüftungsanlage am Staffelsee-Gymnasium

    Das Staffelsee-Gymnasium beispielsweise wird in sämtlichen Klassenräumen über eine Lüftungsanlage belüftet. Beim Neubau der Realschule im Blauen Land wurde bewusst auf aufwändige Technik verzichtet. In sämtlichen (Fach-)Klassenräumen sind dezentrale Lüftungseinrichtung installiert, die über Fensterfalzlüfter Frischluft von außen zuführen. Mit mobilen Luftreinigungsanlagen ist aber bislang keine Schule ausgestattet.

    Weilheim-Schongau: Sitzung des Kreistags wird abgewartet

    Der Landkreis Weilheim-Schongau ist noch in der Planungsphase und will sich am 23. Juli in einer Sitzung zum Thema Luftreinigungsgeräte beraten. Beschließt der Kreistag bei dieser Sitzung die Beschaffung mobiler Luftreinigungsgeräte, könnte die Verwaltung eine Vergabe bereits am nächstfolgenden Werktag veröffentlichen, so die Auskunft des Landkreises gegenüber BR24.

    Eine Lieferung könne dann aber erst in KW40/41 erfolgen. Der Grund dafür sind die Vorgaben im Entwurf des Förderprogramms der Staatsregierung und die darin aufgeführte Einhaltung des geltenden Vergaberechts.

    Lüftungen: Bei allen künftigen Schulbaumaßnahmen eingeplant

    Im Neubau der Berufsschule, in den neuen Bauteilen der Gymnasien in Schongau und Weilheim sowie der Realschule in Schongau sowie in den Fachräumen des Gymnasiums Penzberg ist bereits ein Lüftung vorhanden. In der Zukunft sollen Lüftungen bei allen Schulbaumaßnahmen vorgesehen werden. Der Landkreis Weilheim Schongau sieht die mobilen Luftfilter-Geräte nur als eine kurzfristige Lösung an.

    Jedes Klassenzimmer in der Stadt Traunstein mit CO2-Sensor

    Die Stadt Traunstein teilt mit, dass bereits jedes Klassenzimmer mit einem CO2-Sensor ausgestattet sei. Nach Absprache mit den Rektoren der verschiedenen Schulen wurden bisher insgesamt 15 Luftreiniger angefordert und geliefert. Voraussichtlich wird die Stadt Traunstein noch ca. 25 Luftreinigungsgeräte für eine mögliche Ausstattung der restlichen Klassenzimmer beschaffen.

    Entscheidung im Landkreis Landshut nächste Woche

    Im Landkreis Landshut sind bereits innenliegende Unterrichtsräume, die nicht natürlich gelüftet werden können, mit Luftfiltern ausgestattet. Am kommenden Montagnachmittag entscheidet der Kreisausschuss über die flächendeckende Ausstattung der Schulen im Landkreis. Man stelle sich auf Kosten im "unteren siebenstelligen Bereich" ein.

    Ausschreibung im Landkreis Dingolfing-Landau geplant

    Anfangs hatte sich der Landkreis Dingolfing-Landau gegen die Anschaffung von Luftfilter-Geräten ausgesprochen, folgt jetzt er aber doch der Direktive der Staatsregierung. In Kürze solle eine Ausschreibung erfolgen, um die landkreiseigenen Schulen ausstatten zu können (Gymnasien, Realschulen, Berufsschulen, Förderschulen).

    Die Entscheidung über die Art der Anschaffung - Kauf oder Leasing - sei jedoch noch offen. Für 240 Klassenzimmer sollen Luftreiniger gekauft werden, man stelle sich auf 840.000 Euro Gesamtkosten ein, also 420.000 Euro für den Landkreis.

    Stadt Dingolfing: Klassenzimmer schon ausgestattet

    Die Stadt Dingolfing hat bereits Luftfilter für die Klassenzimmer angeschafft, insgesamt 80 Geräte, für 325.000 Euro und hat dafür 95.800 Euro Förderung vom Freistaat erhalten. Die Stadt ist Sachaufwandsträger für eine Mittelschule und drei Grundschulen. Es wurden die gleichen Geräte beschafft, die auch in OP-Sälen verwendet werden.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!