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Ein Jahr und drei Monate: Bewährungsstrafe für Polizeischüler | BR24

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Vor mehr als einem Jahr hatte ein damals 19-jähriger Polizeischüler seinen Kollegen in einer Dienststube der Würzburger Bereitschaftspolizei erschossen. Er wurde nun wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

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Ein Jahr und drei Monate: Bewährungsstrafe für Polizeischüler

Im Prozess um einen tödlichen Schuss auf einen Polizeischüler ist das Urteil gefallen: Ein 21-Jähriger, ebenfalls ein Polizeischüler, wurde zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Zuvor gestand der 21-Jährige und entschuldigte sich.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Pirmin Breninek

Ein 21-jähriger Polizeischüler, der seinen Kollegen erschossen hatte, ist in Würzburg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ein Jahr und drei Monate nach Jugendstrafrecht urteilte der zuständige Richter. Das Strafmaß ist auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss der Verurteilte 2.400 Euro an die Eltern seines getöteten Mitschülers zahlen.

Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung

Der Richter begründete sein Urteil wegen fahrlässiger Tötung damit, dass der Angeklagte bereits drei Stunden nach der Tat ohne Anwalt eine umfassende Aussage gemacht hatte. Die Anklageschrift im Prozess habe im Wesentlichen den Aussagen des inzwischen beurlaubten Polizeischülers entsprochen.

An Spekulationen über den möglichen Tathergang wollte sich der Richter nicht beteiligen: "Es geht nicht darum zu beweisen, was wir glauben, sondern es geht darum, was wir wissen." Da der Angeklagte aktuell ohne Einkommen ist, entschied das Gericht, dass er die Verfahrenskosten nicht tragen muss – davon ausgenommen sind die Kosten der Nebenkläger und seine eigenen Auslagen.

Verurteilung nach Jugendstrafrecht statt Erwachsenenstrafrecht

Weil der heute 21-jährige Angeklagte zum Tatzeitpunkt erst 19 Jahre alt war, wäre auch ein Urteil nach Erwachsenenstrafrecht möglich gewesen. Das hatte der Anwalt der Eltern gefordert, die als Nebenkläger am Prozess teilnahmen. Das Gericht entschied sich jedoch dagegen. "Was soll noch jugendtümlicher sein, als sich so mit einer Waffe aufzuführen", so der Richter. Weiter sagte er in Richtung des Verurteilten: "Ich habe noch nie einen Angeklagten erlebt, der so sorgfaltswidrig gehandelt hat."

Schuss löste sich nach Simulation eines Schusswaffeneinsatzes

Der Angeklagte hatte Ende Februar 2019 in einer Polizeistube auf dem Geländer der Würzburger Bereitschaftspolizei einen Schuss abgegeben. Dieser traf einen zwei Jahre älteren Kollegen in den Hinterkopf, er verstarb wenig später. Laut Anklage war es zu dem Schuss gekommen, als beide Polizeischüler auf dem Zimmer des Opfers einen Schusswaffeneinsatz simulierten.

Der Angeklagte war offensichtlich davon ausgegangen, dass seine Waffe nicht geladen ist. Die Magazine hatte er nach Dienstende abgegeben, im Lauf der Waffe befand sich allerdings noch eine Patrone. Bei einer vorherigen Kontrolle blieb das unbemerkt.

Eltern, Angehörige und Schütze hätten mit fahrlässiger Tötung zu kämpfen

"Bei einer fahrlässigen Tötung haben wir immer nur Verlierer", sagte der Richter. Die Eltern und Angehörigen hätten damit zu kämpfen, genauso wie der Schütze, der die Tat gleich zu Beginn der Verhandlung vollumfänglich eingeräumt hatte. Er verfolgte den Prozess die meiste Zeit mit dem Kopf nach unten gesenkt. Sein Anwalt verlas das Geständnis samt einer Entschuldigung. Auf die Frage des Richters, ob er sich äußern möchte, antwortete der Angeklagte knapp: "Ich schaffs nicht."

© Pirmin Breninek/BR-Mainfranken

Im Prozess um einen tödlichen Schuss auf einen Polizeischüler ist das Urteil gefallen: Ein 21-Jähriger, ebenfalls ein Polizeischüler, wurde zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Zuvor gestand der 21-Jährige und entschuldigte sich.

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