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Bayerns Schuhgeschäfte dürfen ab sofort wieder öffnen. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden. Nach Auffassung des Gerichts gehören Schuhe zur Grundversorgung.

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Gerichtsbeschluss: Schuhgeschäfte in Bayern dürfen wieder öffnen

Bayerns Schuhgeschäfte dürfen ab sofort wieder öffnen. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden: Schuhe gehörten zur Grundversorgung. In die Freude der Branche mischt sich Kritik an der Kurzfristigkeit der Entscheidung.

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Wie der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) dem BR bestätigte, gehören Schuhgeschäfte nach Auffassung des Gerichts zu den für die tägliche Versorgung unverzichtbaren Ladengeschäften. Passende Schuhe seien ein Grundbedürfnis der Bevölkerung und auch Voraussetzung für die Ausübung zahlreicher Berufe und auch für sportliche Betätigungen. Bei Kindern und Jugendlichen könne es auch einen kurzfristigen und dringenden Bedarf geben.

"Der "täglichen Versorgung" dienen Ladengeschäfte nicht erst dann, wenn sie der Deckung eines im eigentlichen Wortsinn "täglich" auftretenden Bedarfs jedes einzelnen dienen, sondern vielmehr schon dann, wenn sie einen individuellen Bedarf abdecken, der jederzeit und damit "täglich" eintreten kann." Aus der Begründung des Gerichts

Nur Schuhgeschäfte in Bayern betroffen

Dadurch hätten Schuhgeschäfte eine ähnliche Bedeutung wie etwa Buchhandlungen, Geschäfte für Babybedarf, Bau- und Gartenmärkte oder Blumenläden. Öffnen dürfen sie deshalb auch bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 100. Die Entscheidung betrifft nur Läden in Bayern.

Geklagt hatte eine Schuhhändlerkette aus dem oberfränkischen Scheßlitz. Das Anprobieren sei bei Schuhen wichtig, da es dabei auch um die Gesundheit der Füße gehe, so der Pressesprecher des Unternehmens. Vor allem bei Kinderschuhen sei eine besondere Anpassung notwendig. Wie der Schuhhändler dem BR bestätigte, hat er die Schuhabteilung seiner Filiale in Schweinfurt heute um 9.30 Uhr geöffnet.

Kein Aprilscherz

Auch etliche andere Schuhgeschäfte haben nach einer Umfrage des BR schon wieder aufgesperrt. Der Andrang ist mancherorts bereits groß; anderswo ist der große Ansturm bisher ausgeblieben. "Kunden befürchten, dass es sich bei der abrupten Öffnung um einen Aprilscherz handeln könnte", erzählt eine Filialleiterin aus Landshut: "Ich habe heute schon mehrere Anrufe gekriegt, ob wirklich offen ist. Das muss wahrscheinlich jeder erst noch wahrnehmen."

Ein Schuhhändler aus Amberg berichtet in Bayern 1: "Vor der Öffnung haben wir das erstmal mit den Rechtsanwälten abgeklärt, weil wir es fast nicht glauben konnten, und dann haben wir einfach geöffnet". Die Freude vor Ort sei groß - allerdings sehe man die Lage auch als chaotisch: "Wir hätten uns gewünscht, dass wir das schon vor drei Tagen gewusst hätten."

Gemischte Gefühle bei der Kundschaft

Bei befragten Passanten stößt die Entscheidung auf ein zwiespältiges Echo. Während die einen die Öffnung als ein Stück Normalität begrüßen, haben andere bedenken, dass dies die Ansteckungsgefahr weiter erhöhe. Auch fordern viele eine Gleichberechtigung: Wenn Schuhläden wieder öffnen dürfen, sollten auch Einzelhändler dies wieder tun dürfen.

Domino-Effekt für weitere Läden?

Auch die genossenschaftsähnliche Unternehmensgruppe, zu der die fränkische Schuhhändlerkette gehört, hofft auf weitere Öffnungen. Wie der Vorstand der Gruppe dem BR sagte, solle auch in anderen Bundesländern gerichtlich überprüft werden, was für die tägliche Versorgung unverzichtbar sei und was nicht. Er sei zudem zuversichtlich, dass nun auch Sportgeschäfte öffnen dürfen, da dort Laufschuhe angeboten werden.

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Die Schuhgeschäfte dürfen ab sofort wieder aufmachen; und zwar unabhängig davon, wie hoch die Corona-Infektionszahlen sind. Die Läden gehören nach Auffassung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs zur Grundversorgung.

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