Ein Mann ist auf seinem Mountainbike im Wald unterwegs.
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Das zeitweise Radfahrverbot am Großen Kornberg im Fichtelgebirge ist rechtswidrig. Das hat das Verwaltungsgericht Bayreuth entschieden.

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Gericht kippt Radfahrverbot am Kornberg

Das Radfahrverbot am Großen Kornberg im Fichtelgebirge ist rechtswidrig. Eine entsprechende Verordnung des Landratsamtes Hof hat ein Gericht jetzt gekippt. Geklagt hatte ein Mann, der nach eigenen Angaben von mehreren Sportvereinen unterstützt wird.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Nächste Runde im Streit um den Mountainbike-Sport am Großen Kornberg im Fichtelgebirge. Jetzt hat das Verwaltungsgericht Bayreuth einem Radfahrer aus Hof Recht gegeben, der gegen ein teilweises Radfahrverbot auf ausgewiesenen Wegen am Großen Kornberg geklagt hatte.

Nach Auffassung des Gerichts sei das Verbot unklar formuliert. Für Radfahrer sei daher nicht klar, wann sie wo fahren dürften und wo nicht – und das bei einer drohenden Geldbuße von bis zu 50.000 Euro. Eine schriftliche Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichts Bayreuth wird erst nächste Woche erwartet.

Landratsamt will Verordnung überarbeiten - Inhalt soll bleiben

Aus dem Hofer Landratsamt hieß es daraufhin, man werde die Verordnung nun nach den Vorgaben des Gericht überarbeiten und neu erlassen. Inhaltlich sollen sich demnach keine Änderungen ergeben. Dem Gericht sei es in erster Linie darum gegangen, die Verordnung nachvollziehbarer zu machen. Ziel der Behörde sei es nach wie vor, den Kornberg als einen Ort zu erhalten, der sowohl Radfahrern und Wanderern, als auch der Natur und Tierwelt Raum bietet.

Nach der Verordnung sollte das Radfahrverbot auf dem Großen Kronberg von Anfang Februar bis Mitte Juli gelten. Diese Verordnung hatte das Landratsamt Hof im Juli 2021 aus Tierschutzgründen erlassen. So sollten vor allem Wildkatze, Luchs, Auerhuhn und Schwarzstorch während der Fortpflanzung und bei der Aufzucht ihrer Jungtiere nicht gestört werden, hieß es in der Allgemeinverfügung. Doch nach Ansicht des klagenden Radfahrers, Marco Schwarzak, widerspreche dieses generelle Radverbot dem bayerischen Naturschutzgesetz, das Zugang zur Natur ermögliche.

Kläger: Keine Nachweise für Wildkatze und Luchs am Kornberg

Außerdem gebe es laut artenschutzrechtlichen Untersuchungen am Kornberg keinen Nachweis für Wildkatze, Luchs, Auerhuhn und Schwarzstorch, erklärt Schwarzak auf Anfrage von BR24. Er sei nach eigenen Angaben bei seiner Klage von mehreren Radsportvereinen aus der Region Hof unterstützt worden.

Ob und wie Radsport am Kornberg im größeren Stil möglich ist, beschäftigt die Justiz schon länger. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat in einem Eilverfahren am Verwaltungsgericht Bayreuth im Februar 2022 einen vorläufigen Baustopp gegen den geplanten Mountainbike-Park am Kornberg erreicht. Wann die Verwaltungsrichter endgültig über diese Klage gegen die Baugenehmigung entscheiden, steht noch nicht fest, so eine Gerichtssprecherin auf Anfrage von BR24.

Landkreis: Kornberg ganzjährig touristisch nutzbar machen

Der Hofer Landrat Oliver Bär (CSU) ging im Frühjahr davon aus, dass der umstrittene Mountainbike-Park 2024 eröffnet werden könnte. Mit dem geplanten Mountainbike-Park wollen die Landkreise Hof und Wunsiedel den Großen Kornberg ganzjährig für den Tourismus erschließen. Die Mountainbike-Sportlerinnen und -sportler sollen dafür den Skilift benutzen.

Für die Biketrails sind Baukosten von rund zwei Millionen Euro veranschlagt. Bislang wurden bereits fünf Millionen Euro in den Bau der Gaststätte "Kornberghaus" sowie für den Ausbau der Zufahrtsstraße und einen Lift, einen sogenannten "Zauberteppich", für skifahrende Kinder investiert.

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