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Gerd Müller wird 75: Nach Niederbayern kam er zum "Karteln" | BR24

© picture alliance

Gerd Müller 2010 bei einer Preisverleihung

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    Gerd Müller wird 75: Nach Niederbayern kam er zum "Karteln"

    Gerd Müller gilt als der beste Fußball-Stürmer, den Deutschland je hatte. Der "Bomber der Nation" wird am Dienstag 75 Jahre alt. Er ist schwer demenzkrank. In den Siebzigern kam er sonntags oft zum Kartenspielen nach Niederbayern.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Harald Mitterer
    • Robert Müller

    Bekannt wurde er als "Bomber der Nation", keiner hat mehr Bundesliga-Tore erzielt als er. Und 1974 hat er die deutsche Fußballnationalmannschaft zum WM-Titel geschossen. Gerd Müller, die aus Nördlingen stammende Fußball-Legende. Am 3. November ist er 75 Jahre alt geworden. Der "Bomber" ist auch im niederbayerischen Landau besonders gut in Erinnerung geblieben.

    In den 1970er-Jahren schoss Müller an den Samstagen seine Tore für München, an den Sonntagen dann fuhr er zum Kartenspielen zum Sichart-Wirt nach Landau, berichtet der Landauer Heimatforscher Nik Söltl.

    Der "Bomber" kam zum Karten- und Tennisspielen nach Landau

    Der Weg von München nach Landau war damals ohne Autobahn noch eine halbe Weltreise. Daran sieht man, sagt Söltl, was dem Gerd Müller der Stammtisch in Niederbayern bedeutet hat. Legendär seien seine Kartenrunden in Landau gewesen. Das Wirtshaus sei am Sonntag voll gewesen und alle hätten auf den Tisch mit der Kartenrunde von Gerd Müller geschaut, erzählt Söltl.

    Aber nicht nur im Wirtshaus war Gerd Müller gern. Regelmäßig stand sein Mercedes mit dem Kennzeichen M-WM 1974 auch am Tennisplatz in Landau, erinnert sich Nik Söltl. Tennis war neben Fußball Gerd Müllers zweite große Leidenschaft. So bleibt der Bomber der Nation in Landau unvergessen.

    Leiser Abschied mit tragischer Note

    Doch die schönen Erinnerungen und Jubelbilder aus den 70er-Jahren sind verblasst. Seit Februar 2015 kämpft der ewige Torjäger im Pflegeheim seinen letzten, aussichtslosen Kampf - gegen Alzheimer, gegen das Vergessen.

    Ehefrau Uschi sagte einen Tag vor dem 75. Geburtstag in einem Interview: "Der Gerd schläft seinem Ende entgegen. Er schläft langsam hinüber." Es ist ein leiser Abschied, der bei aller Tragik dennoch irgendwie zu ihm passt.

    Probleme mit dem Leben abseits vom Fußballfeld

    Während Beckenbauer oder Hoeneß nach der Karriere über Jahrzehnte im Rampenlicht blieben, scheute Müller die Öffentlichkeit. Der gelernte Weber war kein Charismatiker, hatte Probleme mit dem Leben außerhalb des Fußballs. In den 1980er-Jahren verfiel er dem Alkohol, geriet finanziell und privat in Not. Seine Spezln, der Franz und der Uli, fingen ihn auf, gaben ihm eine neue Aufgabe als Co-Trainer. "Ohne die Hilfe meiner Freunde hätte ich es wohl nicht geschafft", sagte Müller.

    Unterstützung von der Ehefrau und den Vereinskollegen

    Auch in den vergangenen Jahren standen die Bayern ihrem "Gerdchen" (so nannte ihn der verstorbene Erfolgscoach Dettmar Cramer) zur Seite. "Wir helfen, wo es nur geht", sagte Hoeneß. Vor allem aber, betonte er, kümmere sich Müllers Frau "aufopferungsvoll" um ihn. "Furchtbar", sei diese Krankheit für den Gerd und die Familie, betonte Hoeneß. Überhaupt war die Anteilnahme für "kleines, dickes Müller" (ein Zitat vom früheren Bayern-Trainer Zlatko "Tschik" Cajkovski) stets groß.

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