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Widerstand gegen geplanten Neubau der Kampenwandbahn in Aschau | BR24

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Im Chiemgau regt sich Widerstand gegen die Modernisierung der Kampenwandbahn. Kritiker befürchten, dass Aschau und der beliebte Ausflugsberg künftig von Touristen überrannt werden. Die Bahn wurde 1957 eröffnet.

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Widerstand gegen geplanten Neubau der Kampenwandbahn in Aschau

In Aschau im Chiemgau ist ein Neubau der Kampenwandbahn geplant. Der Gemeinderat hatte dem Projekt bereits 2017 zugestimmt. Doch jetzt melden sich Kritiker zu Wort. Sie befürchten, dass die Region von Ausflüglern und Touristen überrannt wird.

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Hinauf geht es mit den kleinen, nostalgisch roten Gondeln der Kampenwandseilbahn. Diesen "Retrostyle" finden viele witzig und schick. Doch die Vierergondeln könnten bald ausgedient haben. Die Betreiberfamilie Zbil will ihre Bahn zukunftsfähig und barrierefrei ausbauen, damit kommende Generationen den Betrieb weiterführen können. Geplant sind eine Erneuerung der Seilbahntechnik mit neuen Stützen, ein neues Lifthaus im Tal sowie eine neue Bergstation.

Achterkabinen statt Vierergondeln

Die Seilbahn soll künftig mit Achterkabinen statt mit Viererkabinen bestückt sein. Das ist auch mit einer Kapazitätssteigerung verbunden: Statt bisher 450 Personen pro Stunde könnten dann 1.550 Personen pro Stunde auf den Berg gebracht werden. Der Betreiber erwartet zehn bis 15 Prozent mehr Gäste.

Gemeinderat hat bereits zugestimmt

Die Gemeinde Aschau hatte ihre Zustimmung bereits 2017 erteilt. Auch der neue Bürgermeister Simon Frank (Zukunft für Aschau) zählt zu den Befürwortern. Die Tagesgäste gingen in Aschau zum Essen und Einkaufen. Die Bahn sei gut für die gesamte Region, findet Frank. Eine barrierefreie Kampenwandbahn komme zudem der Kinderklinik Aschau und Senioren, die auf einen Rollator angewiesen seien, zugute.

Massenansturm auf die Kampenwand befürchtet

Im neuen Aschauer Gemeinderat regt sich aber Widerstand. Die Grünen-Gemeinderätin Edda Weimann berichtet von vermehrt kritischen Stimmen, die sie erreichen würden. Dabei gehe es vor allem um den Verkehr, da Aschau bereits jetzt stark unter dem Ausflugs- und Durchgangsverkehr leide. Zudem befürchteten manche Kritiker, die Kampenwand werde überrannt. Man sehe das auch bei anderen bereits ausgebauten Bergbahnen in Oberbayern, dass die Verkehrsbelastung für die jeweiligen Orte enorm steige, so Weimann. Sie fordert ein Verkehrskonzept und will den verkehrspolitischen Sprecher der Grünen im Landtag einbinden.

Baubeginn unklar

Weil an den bereits genehmigen Plänen Änderungen vorgenommen werden sollen, liegt der Antrag nun im Landratsamt Rosenheim. Noch bis zum 23. Oktober sind Einwendungen möglich. Der Betreiber hat dem BR bestätigt, dass so schonend wie möglich gebaut werden soll, mit einer geplanten Bauzeit von 14 Monaten. Übrigens: Eine Beschneiung der Kampenwand wurde nicht beantragt.

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