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Gemischte Tourismus-Bilanz zum Ferienende in Bayern | BR24

© dpa/pa/

Symbolbild: Radfahren, Campen - in Corona-Zeiten haben viele Menschen so Urlaub gemacht.

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    Gemischte Tourismus-Bilanz zum Ferienende in Bayern

    Viele Hotels haben angesichts der Corona-Krise das Schlimmste befürchtet. Tatsächlich fällt die Bilanz zum Ende der Sommerferien sehr gemischt aus. Viele Urlauber zog es aufs Land. In den Städten aber blieben zahlreiche Betten leer.

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    Maske, Abstand, der Geruch von Desinfektionsmittel in der Lobby – Urlaub stellen sich viele Touristen anders vor. Die Corona-Krise ließ bei vielen Pensionen und Hotels die Umsätze einbrechen und so wundert es nicht, dass viele Unternehmen mit Sorge auf die Corona-Zahlen und die Buchungen in den Sommermonaten geblickt haben. Tatsächlich fällt die Bilanz wenige Tage vor Ende der bayerischen Sommerferien in vielen bayerischen Regionen zumindest teilweise positiv aus.

    Viele Tagestouristen und Radfahrer in Unterfranken

    In Unterfranken zeigten sich vor allem Hotels und Pensionen in ländlichen Gebieten zufrieden. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und die Fränkisches Weinland Tourismus GmbH registrierten im Sommer einen Zuwachs an Touristen aus dem eigenen Land, verglichen mit den Vorjahren. Demnach konnten in den Monaten von Juni bis August kleinere Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen und insbesondere Campingplätze in den ländlichen Regionen Unterfrankens eine gute Auslastung verzeichnen. Auch im Bereich des Mains wurden viele Tagestouristen, meist Fahrradfahrer, festgestellt.

    Während sich die deutschen Touristen auf dem Land sammelten, litt allerdings der Städtetourismus. Nach Angaben der Verbände wurde insbesondere in Würzburg ein starker Rückgang an Buchungen festgestellt.

    Fränkisches Seenland zog viele Ausflügler an

    In Mittelfranken zog es viele Touristen und Ausflügler ins Fränkische Seenland. Vor allem Campingplätze boomten, sagte Angelika Schäffer vom fränkischen Tourismusverband. Auch wenn bei besonders gutem Wetter der ein oder andere Parkplatz mal überfüllt gewesen sei, so gab es laut Schäffer keine Probleme bei der Einhaltung der Corona-Regeln.

    Viele Hotelbetten in den Städten leer

    Doch auch in Mittelfranken blieben in den Städten viele Betten leer. Gerade in Nürnberg, wo Hoteliers zum Großteil auf Messen und Kongresse angewiesen sind, litten die Hotels. Auch das Fehlen ausländischer Touristen machte sich deutlich bemerkbar. In Rothenburg ob der Tauber, wo sich normalerweise Menschenmassen durch die Straßen drängen, ging es wesentlich ruhiger als sonst zu.

    Wieder mehr Besucher im Frankenwald

    "Urlaub daheim" brachte auch viele Besucher in den Frankenwald. Besonders Camping und Ferienwohnungen waren gut gebucht. Christine Gölkel ist einigermaßen zufrieden. Ihr Hotel Garni, die "Villa Siegfried" in Bad Steben im Landkreis Hof, verzeichnet seit dem Ende des Lockdowns eine verstärkte Nachfrage. Die meisten Urlauber kommen aus Oberfranken oder den angrenzenden Regionen in ihr Elf-Zimmer-Haus im Frankenwald. Die Urlauber bleiben zwischen zwei und drei, manchmal sogar 14 Tage.

    Auch Einheimische machen Urlaub im Frankenwald

    Dass wieder mehr Touristen kommen, bestätigt auch Markus Franz von der Touristinformation Frankenwald. Die Touristiker zählen tatsächlich mehr einheimische Besucher. Die kommen zum Wandern, Radeln oder unternehmen Motorradtouren. Nach den Angaben der Übernachtungsbetriebe steigt die Zahl der Urlauber allmählich wieder an. Noch wartet die Tourismuszentrale in Kronach auf die endgültigen Daten vom Landesamt für Statistik, die erst in zwei Monaten vorliegen.

    Fürs Erste müssen die Zahlen der Online-Buchungen als Beleg dienen. Die haben sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.

    Allgäu kämpfte gegen österreichische Konkurrenz

    Auch Hotels im Allgäu erholen sich langsam von dem Corona-Schock - die nahe gelegene Konkurrenz aus Österreich hatte allerdings einen Vorteil, weil dort Wellness-Bereiche früher genutzt werden durften. Auch wenn das 4-Sterne-Hotel von Normalität noch weit entfernt ist – Junior-Chefin Sandra Ammer ist froh, dass sie ihr Hallenbad seit Juli endlich wieder den Gästen anbieten darf. Vier dürfen nach den aktuell geltenden Corona-Regeln momentan hier gleichzeitig ihre Runden ziehen. "Wir haben lang dafür gekämpft, vor allem wegen der Konkurrenz zu Österreich. Die durften die Wellnessbereiche vor uns wieder nutzen. Das haben wir extrem gemerkt. Die Buchungen sind eher nach Österreich abgewandert", sagt Junior-Chefin Ammer. Auch deshalb sei das Haus an Pfingsten nur zu einem Drittel belegt gewesen.

    "Mehr Sommerurlauber als im vergangenen Jahr"

    Seit den Gästen alle Angebote wieder offen stehen, steigen auch die Buchungszahlen. So seien im Juli und August nach Oberstaufen sogar mehr Urlauber als im Sommer 2019 gekommen. "Diejenigen, die keine Fern- oder Flugreisen machen, entdecken Deutschland als Reiseziel und natürlich auch die Alpenregion. Teilweise waren im Allgäu sogar Parkplätze voll. Das Allgäu ist wieder sehr gut besucht.

    Bald wird es zu kalt auf der Terrasse

    Dass die Menschen wieder enger zusammenrücken, bereitet Hotel-Chefin Sandra Ammer allerdings Sorgen. Im September ist ihr Haus voll ausgebucht, gleichzeitig wird es bald zu kalt für die Terrasse. Dann will das Hotel verschiedene Essenszeiten anbieten, um den Ansturm im Speisesaal zu entzerren.

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