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Gemischte Reaktionen aus Unterfranken zur FFP2-Maskenpflicht | BR24

© BR/ Norbert Steiche

Mit der kommenden Maskenpflicht ist die Nachfrage nach FFP2-Masken aktuell hoch. Die Reaktionen aus Unterfranken auf die neue Regelung sind gemischt, gehen von Verständnis und kreativen Lösungsansätzen bis hin zu Kritik oder Verunsicherung.

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Gemischte Reaktionen aus Unterfranken zur FFP2-Maskenpflicht

Mit der kommenden Maskenpflicht ist die Nachfrage nach FFP2-Masken aktuell hoch. Die Reaktionen aus Unterfranken auf die neue Regelung sind gemischt, gehen von Verständnis und Zustimmung bis hin zu Kritik und Verunsicherung.

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  • BR24 Redaktion

"Wir wollen auch den Alltag sicherer gestalten", kommentierte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Entscheidung. Zuvor hatte das Kabinett eine FFP2-Maskenpflicht im Nahverkehr und im Einzelhandel beschlossen. Das sorgt in der Bevölkerung und unter Experten gleichermaßen für Verständnis und für Kritik. Auch in Unterfranken sind die Reaktionen gemischt.

Große Nachfrage nach FFP2-Masken

Die Nachfrage nach FFP2-Masken ist aktuell groß. In Drogeriemärkten sind FFP2-Masken zum Teil bereits ausverkauft. In Schweinfurt standen am Vormittag vor Apotheken Kunden vielerorts an, um Masken zu kaufen. Einer davon war Erdmann Giertz. Er unterstützt die Kabinetts-Entscheidung zur Maskenpflicht und sagt: "Ich halte sie für sehr wichtig. Ich verstehe nicht, dass es so viele Menschen ignorieren, hinterher aber schreien, wenn es in die Hose gegangen ist."

Schweinfurter Apotheker kritisiert Kurzfristigkeit

Obwohl die Nachfrage hoch ist, hat der Schweinfurter Apotheken-Inhaber Matthias Schott noch Vorräte. Wenn es nach ihm geht, hätte diese Entscheidung schon früher getroffen werden sollen: "Ich hätte das ganze im Advent schon angefangen". Gleichzeitig kritisiert Schott die Kurzfristigkeit. "Wir hatten ja wieder keinen Vorlauf. Wie bei der Verteilaktion im Dezember, da hatten wir auch zwei Tage Zeit die Masken an über 60-Jährige und Risikopatienten abzugeben", sagt der Apotheken-Inhaber.

Verunsicherung im Einzelhandel

Im Lebensmittel-Einzelhandel gibt es im Augenblick noch Verunsicherung, ob auch dort Beschäftigte FFP2-Masken tragen müssen. Ein Würzburger Supermarktleiter sagte, dass sein Unternehmen meine, es gebe keine FFP2-Maskenpflicht für Mitarbeiter. Wenn sie aber käme, würden er und seine Mitarbeiter sich daran halten. Die unterfränkische Polizei und auch das Ordnungsamt werden die Einhaltung der FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel, wie auch in öffentlichen Verkehrsmitteln, kontrollieren. Mittlerweile hieß es vom bayerischen Gesundheitsministerium, dass im Einzelhandel die FFP2-Maskenpflicht lediglich für Kunden gelten soll, nicht aber für die Beschäftigten.

Kostenlose FFP2-Masken für Bedürftige?

Ein weiterer Kritikpunkt bezüglich der kommenden Maskenpflicht: eine FFP2-Maske kostet teilweise bis zu sechs Euro, für Bedürftige ist das zu teuer. Der Diözesan-Caritasverband Unterfranken und der Sozialverband VdK in Unterfranken fordern deshalb kostenlose FFP2-Masken für Bedürftige. Die kommende Maskenpflicht sei gerade für Obdachlose oder ältere Menschen herausfordernd, sagt Sebastian Schoknecht, Pressesprecher des Diözesan-Caritasverbands Unterfranken. "Sie wollen am Leben teilnehmen, sie wollen Bus fahren, sie müssen einkaufen gehen, und haben jetzt das Problem: Woher bekomme ich eine FFP2-Maske und wie kann ich die finanzieren mit meinen ohnehin geringen Möglichkeiten?", so Schoknecht. Vom unterfränkischen Sozialverband VdK heißt es: "Gesundheitsschutz kann nicht an den wirtschaftlichen Verhältnissen hängen".

Die bayerische Staatsregierung hat mittlerweile angekündigt, insgesamt 2,5 Millionen kostenlose FFP2-Masken an Bedürftige zu verteilen. Was das konkret für Unterfranken bedeutet und wie viele Masken dort dann zur Verfügung stehen, ist noch nicht bekannt.

Billigere oder kostenlose FFP2-Masken in Miltenberg

In Miltenberg wurde schon auf die kommende FFP2-Maskenpflicht reagiert und Maßnahmen ergriffen. Laut Landratsamt sollen Bezieher von Sozialleistungen zum Lebensunterhalt in den kommenden Tagen jeweils zwei kostenlose FFP2-Masken erhalten. Die Masken sollen per Post etwa an 2.500 Kunden des Jobcenters sowie an circa 1.700 Kunden des Sozialamts geschickt werden.

Außerdem hat die Stadt Miltenberg einen Drive-in-Verkauf von FFP2-Masken angekündigt. Am kommenden Wochenende sollen diese auf dem Parkplatz am Zwillingsbogen verkauft werden. Gedacht ist das Angebot vorrangig für Bürger der Stadt Miltenberg. Einen Vorrat an Masken habe die Stadt laut Bürgermeister Kahlert schon vor Wochen angelegt. Der Verkauf an diesem Wochenende sei auch schon länger geplant gewesen, das Zusammentreffen mit den neuen bayerischen Verordnungen sei ein Zufall.

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