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Gemeinsamer Kampf von Ost und West gegen den Borkenkäfer | BR24

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Je wärmer und trockener es ist, desto wohler fühlt sich der Borkenkäfer. Ländergrenzen interessieren ihn nicht, weshalb Förster aus Franken und Thüringen gemeinsam gegen die Insekten kämpfen müssen.

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Gemeinsamer Kampf von Ost und West gegen den Borkenkäfer

Als vor 30 Jahren die Mauer fiel, mussten auch zwei unterschiedliche Forstsysteme zusammenwachsen. Beide haben zwei gemeinsame Herausforderungen: den Klimawandel und in dessen Folge den Borkenkäfer.

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Vor 30 Jahren fiel die Mauer. Mit der Wiedervereinigung mussten auch zwei unterschiedliche Forstsysteme zusammenwachsen. Im Westen gab es Privat- und Staatswald, im Osten befand sich der meiste Wald im Volkseigentum. Waldbesitzer aus Ost und West müssen jetzt verstärkt zusammenarbeiten. Denn sie haben zwei gemeinsame Herausforderungen: den Klimawandel und in dessen Gefolge den Borkenkäfer.

Der Borkenkäfer kennt keine Grenzen

Im Frankenwald und seinem Nachbarn, dem Thüringer Wald, laufen die Kettensägen fast pausenlos. Jürgen Kremer ist Forstwirt aus Oberfranken, zur Zeit arbeitet er in Thüringen mit einer thüringischen Firma zusammen. Mit der Hand fällt er bis zu 100 Jahre alte Fichten im ehemaligen Grenzgebiet, an die die Holzerntemaschine Harvester nicht herankommt.

Zehntausende Festmeter Schadholz angefallen

Sogenanntes Käferholz aus dem Wald zu holen, beschäftigt private und staatliche Waldbesitzer beiderseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Die Lage sei ernst, meint Fritz Meier vom Staatsforst im oberfränkischen Nordhalben. Wegen des starken Borkenkäferbefalls und der anhaltenden Trockenheit sind viele Fichten abgestorben. Mehrere Zehntausend Festmeter Schadholz ist angefallen.

Volkseigene Wälder der Ex-DDR privatisiert

Im Wald und neben den Straßen liegen riesige Holzstapel, sie zeigen die Dimensionen des Schadens, den die Käfer anrichten, erklärt Förster Udo Millow von der Bodenverwertungs- und - verwaltungsgesellschaft (BVVG) des Bundes. Diese soll ehemals volkseigene Wälder der DDR privatisieren. Gibt es auf bayerischer Seite nur die Staatsforsten und die Privateigentümer, gibt es auf Thüringer Seite neben jenen eben noch die BVVG.

Pläne für länderübergreifende Forstschule

Abstimmung ist da wichtig. Um das vom Borkenkäfer befallene Holz aus dem Wald zu schaffen, werden Waldarbeiter gebraucht. Doch der Nachwuchs fehlt. Immerhin gibt es Pläne für eine länderübergreifende Forstschule, die aber kommen nicht voran.

© picture-alliance/dpa

Als vor 30 Jahren die Mauer fiel, mussten auch zwei unterschiedliche Forstsysteme zusammenwachsen. Beide haben zwei gemeinsame Herausforderungen: den Klimawandel und in dessen Gefolge den Borkenkäfer.