Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Geldstrafe für Feuerwehrleute wegen Schaumdusche | BR24

© picture-alliance/dpa

Feuerwehrübung

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Geldstrafe für Feuerwehrleute wegen Schaumdusche

Nach der Löschschaumattacke auf einen Kursleiter der Feuerwehr hat das Amtsgericht Erlangen zwei Feuerwehrmänner zu Geldstrafen verurteilt. Sie hatten einen Ausbilder mit Löschschaum abgesprüht. Der Mann geriet dabei in Panik.

Per Mail sharen

Nach einer Schulung hatten Erlanger Feuerwehrleute 2017 ihren Ausbilder mit Löschschaum besprüht. Der Mann war dabei in Panik geraten und verletzt worden. Nun wurde der Fall vom dem Amtsgericht Erlangen verhandelt.

Gefährliche Körperverletzung

Am Mittwoch wurden vom Amtsgericht Erlangen einer der Beteiligten und der Ausbildungsleiter wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall beziehungsweise Anstiftung verurteilt.

Wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall sprach die Richterin gegen einen der Feuerwehrmänner eine Verwarnung mit Strafvorbehalt aus. Er muss 1.500 Euro an den Kursleiter zahlen. Der zweite Feuerwehrmann wurde wegen Anstiftung zur Tat schuldig gesprochen und wurde ebenfalls verwarnt. Er muss 2.500 Euro an den Geschädigten zahlen. Beide sind ein Jahr lang auf Bewährung. Sollten sie sich strafbar machen, zieht das weitere Strafzahlungen nach sich – konkret: 130 Tagessätze á 40 und 50 Euro.

Ausbilder in psychologischer Behandlung

Im April 2017 hatten mehrere Kursteilnehmer ihren Ausbilder zur Verabschiedung auf dem Hof der Erlanger Feuerwache in einen Käfig für Feuerwehrschläuche gesperrt und ihn mit Löschschaum abgesprüht – auch im Gesicht. Bei der Schaumdusche geriet der Ausbilder in Panik und war danach mehrere Monate arbeitsunfähig. Er litt unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und ist weiterhin in psychologischer Behandlung.

Richterin sieht kein Recht auf "Schaumdusche"

Die Richterin betonte bei der Urteilsverkündung, dass es sich bei der Schaumdusche um eine gefährliche Körperverletzung handelte. Zudem hätte der Kursleiter nicht wissen können, auf was er sich einließ, da ihm das Ritual einer Schaumdusche nicht bekannt war. Aussagen wie "bei der Feuerwehr macht man das so", ließ die Richterin nicht gelten. Nicht jedes Ritual sei auch erlaubt, betonte sie.

Gegen acht weitere Teilnehmer wurde im Vorfeld das Verfahren eingestellt, weil sie zustimmten, 1.000 Euro Entschädigung an den Kursleiter zu zahlen.