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Geldstrafe im Prozess um getöteten Luchs | BR24

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Urteil am Amtsgericht Cham: 3.000 Euro Strafe muss ein Jäger aus der Oberpfalz zahlen - weil er einen Luchs gefangen und erschossen haben soll.

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Geldstrafe im Prozess um getöteten Luchs

Urteil im Luchs-Prozess: Das Amtsgericht Cham hat einen 53 Jahre alten Jäger zu einer Geldstrafe von insgesamt 3.000 Euro wegen Wilderei und wegen des illegalen Besitzes einer Waffe verurteilt. Der Mann hatte vor Gericht die Tat bestritten.

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Wegen Wilderei und wegen des illegalen Besitzes einer Waffe hat das Amtsgericht Cham einen Jäger zu einer Geldstrafe verurteilt: 120 Tagessätze à 25 Euro - insgesamt also 3.000 Euro.

Der Richter am Amtsgericht war der Überzeugung, dass der Angeklagte eine Lebendfalle in seinem eigenen Jagdrevier aufgestellt und mit Zweigen getarnt hatte. Nachdem ein Luchs darin gefangen war, soll der 53-Jährige das Tier mit einem Schuss aus einer Kurzwaffe getötet haben. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe: Bei der Falle habe es sich um eine Fuchsfalle seines Vaters gehandelt.

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Urteil im Luchs-Prozess: Das Amtsgericht Cham hat einen 53 Jahre alten Jäger zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro wegen Wilderei und wegen des illegalen Besitzes einer Waffe verurteilt. Der Mann hatte vor Gericht die Tat bestritten.

Serie von Luchstötungen sorgte für Aufsehen

In den Jahren vor 2016 hatte es im Bayerischen Wald eine ganze Serie von Luchstötungen gegeben. Der krasseste Fall im Mai 2015: Damals wurden im Lamer Winkel vier abgetrennte Luchspfoten gefunden. Die Polizei intensivierte daraufhin ihre Ermittlungen.

Keine Erinnerung an Prahlerei

Ein Zeuge hatte den jetzt angeklagten Jäger ins Visier der Ermittler gebracht. Er hatte der Polizei gemeldet, der 53-Jährige habe ihm gegenüber mit der Tötung eines Luchses geprahlt. Der Angeklagte sagte dazu vor Gericht, daran könne er sich nicht erinnern. Die Polizei hatte den Jäger zeitweilig im Verdacht, noch weitere Luchse und auch einen Wolf erlegt zu haben. Nachweisen ließen sich dem Mann jedoch keine weiteren Taten.

Naturschützer loben Urteil

Naturschutzverbände reagierten mit Zustimmung auf das Urteil. Der Bund Naturschutz betonte eine Signalwirkung. Es sei allerdings nur ein Etappensieg. Es müsse jetzt noch mehr für eine "Luchsheimat Bayern" getan werden. Luchse müssten wieder gezielt angesiedelt werden. Mit nur etwa 130 Tieren deutschlandweit sei der Bestand noch nicht groß genug, um zu überleben. In Ostbayern eigne sich zum Beispiel der Oberpfälzer Wald mit Steinwald zur Ansiedlung des Luchses.

Die Gregor Louisoder Umweltstiftung und der Landesbund für Vogelschutz sprachen von einem "gerechten Urteil". Illegale Abschüsse verhinderten die Rückkehr des Luchses am stärksten. Jedes getötete Tier sei ein Verlust, der nur schwer auszugleichen sei. Bayern tue zu wenig für den Luchsschutz.

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Um Wilderer ranken sich verklärende Legenden. In Wahrheit verenden selbst geschützte Tiere qualvoll an den Folgen der Wilderei.