BR24 Logo
BR24 Logo
Alles zur Maskenpflicht

Geldsegen der Groko für Landwirte löst wenig Jubel aus | BR24

© dpa-Bildfunk/Philipp Schulze

Geldsegen für die Landwirte löst wenig Jubel aus

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Geldsegen der Groko für Landwirte löst wenig Jubel aus

Eine Milliarde Euro für die deutschen Landwirte in den kommenden vier Jahren. Diese Ankündigung der Großen Koalition in Berlin sorgt nicht nur für glückliche Gesichter. Auffallend ist vor allem die wütende Reaktion der Landwirte.

Per Mail sharen

Vor allem die umstrittene Verschärfung der Düngeverordnung bleibt dem bayerischen Bauernpräsidenten Walter Heidl ein Dorn im Auge: "Wir hätten uns erwartet, dass man Lösungen bei der Düngeverordnung erreicht. Hier bringt uns Geld nicht weiter. Wir können fachliche Mängel nicht mit Geld heilen."

Heidl kritisiert vor allem das Verbot der Düngung von Zwischenfrüchten und das seiner Meinung nach nicht repräsentative Messstellennetz: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Politik auf einer fragwürdigen Datenbasis eine Novelle durchdrücken will, die am Ende zum Nachteil sowohl für die Land- als auch für die Wasserwirtschaft ist."

Landwirte befürchten weiterhin Höfesterben

Auch die Initiative "Land schafft Verbindung", die zuletzt immer wieder Demos organisiert hat, findet kaum lobende Worte für die Entscheidung der Regierungsparteien. In einer Pressemitteilung ist sogar von "Schweigegeld“ die Rede. Der Sprecher der Initiative, Landwirt Sebastian Dickow aus Mamming (Lkr. Dingolfing-Landau), befürwortet zwar die vorgesehenen Fördermaßnahmen für Agrarumweltprogramme, hält aber ebenfalls die Düngeverordnung für das derzeitige Hauptproblem:

"Ich finde es traurig, dass man von einer Bauernmilliarde redet, nur um die Hände in Unschuld zu waschen. Man wird trotzdem das größte Bauernsterben aller Zeiten verursachen. Vor allem die kleinen Familienbetriebe werden daran zugrunde gehen." Sebastian Dickow, Sprecher der Initiative "Land schafft Verbindung"

Dickow wünscht sich stattdessen, dass die Neuregelung der Düngeverordnung auf Eis gelegt und noch einmal überarbeitet wird.

Möglicherweise noch schärfere Verordnung

Doch stattdessen könnte es anders kommen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat in einem internen Schreiben an die Unions-Bundestagsfraktion davon berichtet, dass der EU-Kommission die Vorschläge Deutschlands zur Verschärfung der Düngeverordnung noch immer nicht weit genug gingen.

Spätestens im April muss der Bundesrat aber eine der EU genehme Düngeverordnung beschließen, die die Nitratbelastung im Grundwasser reduziert. Doch Bayern wolle seine Linie halten, kündigte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in einem BR-Interview an. Vor allem in Sachen Düngung von Zwischenfrüchten und beim bürokratischen Aufwand versuche man Nachbesserungen zu erreichen. Außerdem fordert Kaniber, neue Messpunkte in das umstrittene Messstellennetz einzubringen.

© BR

Die Proteste der Landwirte gegen Umweltauflagen und die neue Düngeverordnung haben offenbar Wirkung gezeigt: Die Bundesregierung will sie in den kommenden vier Jahren mit insgesamt einer Milliarde Euro bei den anstehenden Veränderungen unterstützen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!