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Gekenterte Schlauchbootfahrer: Gefahren der Donau unterschätzt | BR24

© BR/Kathrin Unverdorben

Über 20 gekenterte Schlauchbootfahrer haben am Sonntag in Kelheim wohl die Gefahr der Donau unterschätzt. Sie mussten von der Wasserwacht gerettet werden.

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Gekenterte Schlauchbootfahrer: Gefahren der Donau unterschätzt

Die Gefahren der Donau werden oft unterschätzt, sagt Max Schlittenbauer von der Wasserwacht Kelheim. Er leitete am Wochenende die Rettung der gekenterten Schlauchbootfahrer auf der Donau. "In dieser Größenordnung ein Einzelfall", sagt er.

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Die über 20 gekenterten Schlauchbootfahrer in Kelheim am Sonntag haben die Gefahr der Donau unterschätzt. Das sagt Max Schlittenbauer, der für die Wasserwacht den Einsatz geleitet hatte, im BR-Interview. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Polizei spricht auch von dem "besonnenen Verhalten" eines Schiffskapitäns.

Schlauchboot-Ausflug endete mit Schock

Es sollte wohl ein lustiger Ausflug auf der Donau werden, mit Schlauchbooten und bunten aufblasbaren Gummitieren. Wie die Polizei Kelheim berichtet, hatten sich damit 22 Leute gegen 18 Uhr flussabwärts treiben lassen. Sie passierten die Anlegestelle in Kelheim, als ein Fahrgastschiff anlegen wollte. Der Schiffsführer warnte die Gruppe mit Außenlautsprecher und Signalhorn und forderte sie auf, den Bereich zu verlassen. Als sie versuchten am Ufer festzumachen, misslang dies und sie trieben wieder in den Bereich der Anlegestelle. Hierbei kenterten mehrere der Gummitiere, so dass ein Teil der Personen aufgrund der starken Strömung unter den Schiffsanlegern durchgezogen wurde. Verletzt wurde dabei niemand und die Gekenterten konnten sich selbstständig ans Ufer retten, so die Polizei.

"Neopren-Anzug war ihr großes Glück"

Zu Hilfe kamen ihnen dabei auch die Neopren-Anzüge. "Das war ihr ganz großes Glück dabei, weil mit Neopren hat man Auftrieb und wird nicht so schnell unter Wasser gedrückt", sagt Einsatzleiter Max Schlittenbauer. Das sei allerdings nicht bei allen Hobbysportlern der Fall - sollte aber bei einem Ausflug auf oder in der Donau dazugehören. Eventuell wäre ohne die Anzüge mehr passiert.

© Alexander Auer

Eine Polizistin fotografiert die Gummi-Schlauchboote, mit denen die Ausflügler gekentert waren

Die Gefahren der Donau

Die Donau sei ein schnell fließendes Gewässer - je höher der Pegelstand desto schneller, warnt Schlittenbauer. Zudem gibt es Schiffsverkehr auf der Donau: Großschifffahrt und Dampfer. Das unterschätzen viele und deshalb käme es immer wieder zu Unfällen mit Schwimmern oder Schlauchbootfahrern.

"Wenn man über Bord geht, kein guter Schwimmer und dann noch alkoholisiert ist, dann kann sowas sehr böse enden." Max Schlittenbauer, Einsatzleiter der Wasserwacht Kelheim

Der Einsatz am Sonntag war auch für den Wasserwacht-Einsatzleiter eine Ausnahme. In dieser Größenordnung sei das ein Einzelfall: "Das haben wir nicht so oft." Max Schlittenbauer von der Wasserwacht warnt ausdrücklich vor den Gefahren in der Donau und davor, einen Ausflug auf dem Gewässer auf die leichte Schulter zu nehmen.

Schiffskapitän konnte Schlimmeres verhindern

Die Polizei lobte indessen auch das besonnene Verhalten des Schiffskapitäns, der die Situation frühzeitig erkannte und ausreichend Abstand zum Schiffsanleger hielt - deshalb sei es zu keinem Zusammenstoß zwischen den Gekenterten und dem Fahrgastschiff gekommen. Ein Großaufgebot von Rettungskräften, unter anderem drei Rettungshubschrauber, war angefordert worden, weil Schlimmeres befürchtet wurde. Durch die Wasserschutzpolizei der Polizei in Regensburg wurden Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffes in den Schiffsverkehr eingeleitet.

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