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Gekaufte Facebook-Likes? Ärger um Wahl zur Dultprinzessin | BR24

© Screenshot Festhalle Schmidt

Noch bis Dienstag läuft die Abstimmung zur Dultprinzessin.

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    Gekaufte Facebook-Likes? Ärger um Wahl zur Dultprinzessin

    Für die Landshuter Dult soll bei Facebook abgestimmt werden, wer die Dultprinzessin werden soll. Doch dann der Verdacht: Wahlbetrug. Die Anzahl der Facebook-Likes schnellt bei zwei Kandidatinnen um das sechsfache in die Höhe. Absicht?

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    Wieder einmal gibt es Ärger vor Beginn der Landshuter Frühjahrsdult: Machten die letzten Jahre Bier- und Festzeltstreits Schlagzeilen, geht es jetzt um einen kleinen Skandal bei einer gefälschten Wahl zur Dultprinzessin.

    Abstimmung zur Dultprinzessin auf Facebook

    Patrick Schmidt ist Festzeltbetreiber, im Gespräch mit dem Bayereischen Rundfunk sagte er: "Ich wollte dieses Jahr etwas Neues bringen." Die Idee: Eine Wahl zur Landshuter Dultprinzessin. Jeder konnte sich bewerben, auf Facebook sollte schließlich über die 30 Bewerberinnen abgestimmt werden. "Wir wollten keine Jury, weil wir es fair gestalten wollten: Auf Facebook sollte jeder Landshuter abstimmen können."

    Wahlbetrug auf Facebook?

    Doch dann: Betrug? Schon nach einem Tag der öffentlichen Wahl auf Facebook fiel Schmidt auf, dass die Zahl der Likes rasant gestiegen ist. Bei zwei Bewerberinnen schnellten die Likes von 600 nach nur fünf Minuten auf 1.200 hoch, am zweiten Tag waren es dann schon 4.500 Likes. "Die Sprünge waren zu hoch", so Schmidt.

    Der Festzeltbetreiber ging der Sache nach und stellte fest, dass 1.000 Likes aus Russland, Indien oder anderen Ländern kamen. Schmidt schrieb 100 dieser Accounts an, bekam nie eine Rückmeldung. Die Accounts wiesen kein Profilbild, keine Freundeslisten auf: Fake-Accounts.

    Abstimmung auf eigener Homepage

    Des absichtlichen Betrugs überführen konnte Schmidt aber keine der Bewerberinnen. "Vielleicht wollte ein Bekannter ihnen etwas Gutes tun. Deswegen haben wir aber das Voting bei Facebook beendet." Jetzt soll auf der Website von Schmidt abgestimmt werden.

    "Alle starten wieder bei Null, keiner wird disqualifiziert. Mein Programmierer hat das Programm geschrieben, das ist so sicher, wie nur möglich. Jeder kann nur einmal abstimmen." Patrick Schmidt, Festzeltbetreiber

    Prinzesinnenabstimmung zieht weite Kreise

    Zwei Kandidatinnen sind nach dem "Facebook-Skandal" ausgestiegen - sie wollten laut Schmidt nicht betrogen werden oder ihre bisherigen Stimmen verlieren. Schmidt gibt zu:

    "Vielleicht war der Gedanke, das auf Facebook abstimmen zu lassen, zu naiv und gutgläubig, dass die Wahl nur Landshuter interessiert. Manche Bewerberinnen haben das aber in sämtlichen Münchner Gruppen geteilt." Patrick Schmidt, Festzeltbetreiber

    Auch in Zukunft Wahl zur Dultprinzessin

    Die Dultprinzessin steht noch nicht einmal fest - bis Mittwoch, 17.4.19, kann noch abgestimmt werden. Die Dult selbst öffnet vom 1.5. bis zum 12.5.

    Schmidt will trotz des kleinen Skandals, der einem "ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann", künftig an der Wahl der Dultprinzessin festhalten. Nächstes Jahr soll es wieder eine Wahl geben. Dann aber vielleicht mit einer Vorabstimmung und doch einer Jury.

    Für die Dultprinzessin ist jeden Tag ein Tisch auf der Dult reserviert, inklusive kostenlosem Bier und Brotzeit für zehn Personen - dafür muss die Prinzessin aber auch an bestimmten Tagen im Zelt auf der Dult anwesend sein.