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Geht der bayerischen Windkraft die Puste aus? | BR24

© pa/dpa/blickwinkel/M. Popow

Windräder

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    Geht der bayerischen Windkraft die Puste aus?

    In Deutschland boomt die Windkraft, im Freistaat aber werden immer weniger Windräder gebaut. Die Zahl ist im zweiten Jahr in Folge gesunken, so der Landesverband Bayern des Bundesverbands Windenergie. Ist die bayerische Abstandsregelung daran schuld?

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    Nach Angaben des Verbands Windenergie (BWE) kamen in Bayern im vergangenen Jahr 124 Windkraftanlagen neu dazu, mit einer Gesamtleistung von 340 Megawatt. Im Rekordjahr 2014 wurden in Bayern noch 154 Windräder gebaut. Insgesamt stehen damit im Freistaat laut BWE nun 1061 Windräder mit einer Gesamtleistung von 2233 Megawatt. Das entspricht bei voller Auslastung ungefähr zwei Atomkraftwerken.

    Abstandsregel schuld an Flaute?

    Während der Neubau in Bayern zurück geht, ist er in Deutschland insgesamt vergangenes Jahr um etwa ein Viertel gestiegen. Der BWE führt die bayerische Sonderentwicklung auf die 10H-Abstandsregelung zurück, die nur in Bayern gilt. Sie besagt, dass Windräder normalerweise einen Mindestabstand vom zehnfachen ihrer Höhe zur nächsten Siedlung einhalten müssen . Die im vergangenen Jahr neu gebauten Windräder wurden nach Angaben des Verbands überwiegend bereits vor dem Inkrafttreten der 10H-Regel genehmigt.

    Weiterer Rückgang prognostiziert

    Für die kommenden Jahre prognostiziert der BWE einen weiteren Rückgang beim Windkraftbau in Bayern. Für die Zukunft liegen nur noch Genehmigungen für Windräder mit einer Leistung von 362 Megawatt vor - nicht einmal ein Sechstel des Genehmigungsvorrats für Niedersachsen (1638 MW). Der Vorsitzende des Landesverbands Windenergie, Raimund Kamm, bezeichnet die Zahlen in einer Mitteilung als "ernüchternd". Bayern werde künftig zunehmend von Stromeinfuhren abhängig.

    Der aktuelle Netzentwicklungsplan der deutschen Übertragungsnetzbetreiber geht davon aus, dass Bayern im Jahr 2030 rund 40 Prozent seines Stroms importieren muss.