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Gegen Wochenbett-Depression: Pilotprojekt "Screening" für Mütter | BR24

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Kommt ein Baby auf die Welt, sind die jungen Eltern voller Glück. So denken viele, so sollte es sein - aber es gibt auch das Gegenteil. Heftige Krisen direkt nach der Geburt sind nicht selten.

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Gegen Wochenbett-Depression: Pilotprojekt "Screening" für Mütter

Zehn bis 15 Prozent aller Mütter leiden unter einer Wochenbett-Depression, und diese wird oft nicht erkannt. Ein Screening-Pilotprojekt aus Nürnberg soll jetzt helfen.

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Von
  • Franziska Drexler

Kristina Schade ist 38 Jahre alt und Mutter des kleinen Phil. Jetzt kann sie das "Mutter sein" genießen, vor einigen Monaten sah das noch anders aus. Kristina Schade litt an einer Wochenbett-Depression. Die erste Diagnose lieferte das "Screening" der Mutter-Kind-Ambulanz am Klinikum Nürnberg. Und das ist zunächst ein einfacher Fragebogen.

Fragebogen sorgt für Klarheit

Die Frauen müssen Fragen zu ihrem seelischen Befinden beantworten. Für jede Antwort gibt es Punkte. Je höher die Punktezahl ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Depression. Die Fragebogen werden bei Kinder- und Frauenärzten in der Metropolregion Nürnberg an die jungen Mütter verteilt.

"Screening" ist einmaliges Pilotprojekt

Bislang ist das Pilotprojekt in Bayern einmalig. Je nach Auswertung bekommen betroffene Mütter anschließend Hilfe. "Es geht darum, dass diese Frauen nicht durchs Netz rutschen," sagt Dr. Susanne Simen, die Leiterin der Mutter-Kind-Tagesklinik und -Ambulanz in Nürnberg und Mitinitiatorin des Projekts. Sie und die anderen Organisatoren hoffen jetzt, dass der Fragebogen bald bundesweit eingesetzt wird.

"Screening" rückt Krankheit in den Fokus

Kinderarzt Ronny Jung ist auch bei dem Pilotprojekt dabei. Er hat in seiner Praxis in Roth bereits 350 Fragebogen ausgeteilt. Vorher hatte er auf die Frage, ob es den Müttern gut gehe in der Regel ein schlichtes "Ja" als Antwort bekommen. Jetzt hilft ihm der Fragebogen. Der Kinderarzt hat erlebt: Auf ein hohes Ergebnis angesprochen, öffnen sich die Frauen mehr und ihnen kann schnell geholfen werden.

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