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Unterwegs mit den Reinigern der Straßenböschungen | BR24

© BR / Renate Rossberger

Zahlreiche Straßenböschungen sind vermüllt. Deshalb räumen dort momentan viele Straßenmeistereien auf. Allein die Straßenmeisterei Bad Kötzting ist damit rund sechs Wochen beschäftigt.

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Unterwegs mit den Reinigern der Straßenböschungen

Zahlreiche Straßenböschungen sind vermüllt. Deshalb räumen dort momentan viele Straßenmeistereien auf. Allein die Straßenmeisterei Bad Kötzting ist damit rund sechs Wochen beschäftigt.

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Frühjahrsputz - nötig ist er jedes Jahr auch entlang der Strassen. Und das trotz Plastikmüll-Debatte und angeblich höherem Umweltbewusstsein der Leute. Die Straßenböschungen jedenfalls, vor allem an den Bundesstraßen, sind voll von Plastikbechern, Verpackungen, Zigaretten und manchem, was man gar nicht so genau wissen will. Momentan müssen das, was viele Fahrer achtlos aus dem Fenster werfen, viele Straßenmeistereien aufräumen - zum Beispiel im Landkreis Cham.

Müll aus dem Fenster geschmissen - keiner will's gewesen sein

Wir fragen Autofahrer an einer Tankstelle im Landkreis Cham, ob Sie schon mal Müll aus dem Autofenster geworfen haben. Die meisten streiten das ab. Einer gibt an, auf die Umwelt zu achten. Höchstens einen Kaugummi schmeißt eine andere Befragte aus dem Auto - mehr aber angeblich nicht. Einer der Befragten gibt zu, seine Zigarettenkippen aus dem Fester zu werfen. Wegräumen muss das dann zum Beispiel Straßenwärter Alexander Macht. Mit einer langem Greifzange sammelt er seit Wochen alles auf, was die letzten Monate an den Straßenböschungen gelandet ist. Er zählt auf:

"Die Einwegkaffeebecher sind ganz schlimm. Man kann ja heutzutage überall die Becher kaufen und wenn er leer ist, fliegt er einfach aus dem Fenster. Ganz viele Zigarettenschachteln, Tüten, Folien, und so weiter." Straßenwärter Alexander Macht

Sogar ganze Küchenblocks und Säcke mit illegal entsorgtem Hausmüll finden sich neben der Straße - und auch etwas, das eigentlich in die Toilette gehört:

"Wir vermuten, dass das von den Fernfahrern kommt. Das sind Fäkalien. Die Fahrer verrichten in Tüten ihr Geschäft und schmeißen sie dann aus dem Fenster. Da sind Handschuhe sehr wichtig - auch wegen Schnittverletzungen oder weil manchmal auch Spritzen dabei sind."
© BR / Renate Roßberger

Zwei große blaue Müllsäcke pro Straßenseite sind voll nach nur einem Kilometer.

Allein die Strassenmeisterei Bad Kötzting ist mit dem Müll in ihrem Gebiet rund sechs Wochen beschäftigt.

"Wir haben rund 200 Kilometer Bundes- und Staatsstraßen. Das wird einmal im Jahr komplett von ungefähr 20 Mann abgegangen. Da kommen neunhundert Arbeitsstunden zusammen. Müllaufkommen: circa zehn Tonnen." Thomas Klein, Kolonnenführer

Es ist laut und staubig neben der Straße. Und trotz der Warnwesten ist es auch gefährlich, mit einem Müllsack zum Beispiel die B20 entlangzulaufen: "Man muss wirklich aufpassen, dass man keinen Schritt verkehrt macht. Weil das macht man dann nur einmal", sagt Klein.

Auf Parkplätzen wird viel Müll entsorgt

Zwei große blaue Müllsäcke pro Straßenseite sind nach nur einem Kilometer von der Anschlussstelle Chammünster bis zum Parkplatz voll. Dort kommt es nochmal besonders dick. "Wir finden hier Gartenabfälle, Flaschen und Tupperdosen. Die Mülleimer am Parkplatz gehen immer über", sagt Klein.

Dabei wurde die Tonne erst vor drei Tagen geleert. Die B20-Parkplätze werden das ganze Jahr über dreimal pro Woche saubergemacht - weil andere ihren Müll nicht entsorgen, sondern ihn einfach in die Landschaft werfen.