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Zehntausende bei "Silent Demos" in Bayern | BR24

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Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bewegt auch die Menschen in Bayern. Zehntausende sind auf die Straße gegangen und haben gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Allein in München meldete die Polizei am Abend 25.000 Demonstranten.

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Zehntausende bei "Silent Demos" in Bayern

Am Münchner Königsplatz demonstrierten am Samstag 25.000 Menschen gegen Rassismus. Mit schwarzen T-Shirts, Mundschutz und Abstand empörten sie sich über die Tötung des US-Amerikaners George Floyd, der durch einen Polizisten ums Leben gekommen war.

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Bei der "Silent Demo" gegen Rassismus auf dem Münchner Königsplatz haben sich am Samstagnachmittag laut Angaben der Veranstalter und der Polizei 25.000 Menschen beteiligt. Ein Großteil der Protestierenden trug schwarze T-Shirts. Die Kundgebung verlief vollkommen friedlich und ohne Zwischenfälle.

Ursprünglich war die Demonstration nur für 200 Menschen zugelassen, diese Zahl wurde jedoch bereits eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung überschritten. Der Andrang der - vor allem jungen - Demonstranten war so groß, dass die Münchner Polizei auch weitere Menschen einließ, die außerhalb eines mit Zäunen abgesperrten inneren Bereichs standen. Der unmittelbar angrenzende Karolinenplatz wurde daher für den Verkehr gesperrt und als zusätzliche Versammlungsfläche geöffnet.

Minutenlanges Knien und Schweigen für George Floyd

Zu Beginn der Kundgebung, die von einer großen Anzahl von Polizeibeamten begleitet wurde, sind immer wieder "Black Lives Matter"-Sprechchöre angestimmt worden. Danach knieten alle Protestierenden zum Gedenken an George Floyd für acht Minuten und 46 Sekunden still nieder, um an die Zeit zu erinnern, die der US-Amerikaner das Knie eines Polizisten in seinen Nacken gedrückt bekam - solange, bis er starb.

Forderung nach Ende des Rassismus gegen Schwarze

Auf der Bühne des Königsplatzes traten Musiker auf, Gedichte wurden verlesen und flammende Reden gehalten, die zu einem Ende des Rassismus gegen Schwarze aufriefen. Der Autor und Musiker Roger Rekless sagte unter großem Jubel: "Das ist nicht der Anfang, das ist eine neue Stufe. Wir müssen diesen Moment nutzen."

Auch der umstrittene Publizist Jürgen Todenhöfer hielt eine Rede bei der Demonstration und rief zum Kampf für Gleichheit auf.

Mindestabstand vielfach nicht eingehalten

Bei der Veranstaltung trugen zahlreiche Teilnehmer einen Mund-Nasen-Schutz - der Mindestabstand wurde jedoch insbesondere im vorderen Drittel der Demonstration nicht eingehalten. Die regelmäßige Aufforderung der Veranstalterin, den Mindestabstand zu wahren, zeigte nur geringe Wirkung.

Tausende Demonstranten in Augsburg und Nürnberg

In Augsburg zählte die Polizei rund 3.000 Teilnehmer bei einer Silent Demo. Es sei "absolut friedlich" verlaufen, so ein Polizeisprecher.

In Nürnberg hatten sich rund 5.000 Menschen auf der Wöhrder Wiese eingefunden. Nach einer Schweigeminute gab es mehrere Reden. Auch hier blieb laut Polizei alles friedlich. Angemeldet waren in Nürnberg eigentlich nur 400 Demonstranten. Das Ordnungsamt erteilte die Genehmigung für eine Vergrößerung der Teilnehmerzahl direkt vor Ort - unter der Voraussetzung, dass der Mindestabstand eingehalten wird. Auch hier mündete die Demo in eine Schweigeminute im Gedenken an den getöteten Afroamerikaner.

In zahlreichen weiteren Städten Europas und Australiens haben Menschen bei Demonstrationen der Tötung von George Floyd gedacht.

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Auch in vielen deutschen Städten wird heute gegen Rassismus demonstriert. In München gingen rund 25.000 Menschen auf die Straße. Kundgebungen gab es auch in Augsburg und Nürnberg.

Proteste in den USA seit Ende Mai

Der Afro-Amerikaner George Floyd war am 25. Mai in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Ein Polizist hatte minutenlang auf seinem Nacken gekniet, obwohl Floyd signalisiert hatte, dass er keine Luft bekomme. Seither eskalieren in den USA die Proteste.

© BR / David Herting

Am Münchner Königsplatz haben 25.000 Menschen gegen Rassismus demonstriert. Mit schwarzen T-Shirts, Mundschutz und Abstand empörten sie sich über die Tötung des US-Amerikaners George Floyd, der durch einen Polizisten ums Leben gekommen war.

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