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Gegen Extremismus im Netz: Augsburg eröffnet Bildungsstelle | BR24

© Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Konzepte gegen Extremismus im Netz soll die neue Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in Augsburg entwickeln. Heute wurde sie von Kultusminister Piazolo eröffnet.

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Gegen Extremismus im Netz: Augsburg eröffnet Bildungsstelle

Früher wurden rechte Parolen am Stammtisch gedroschen. Heute passiert das immer öfter in Gruppenchats, auch an Schulen oder in sozialen Netzwerken im Internet. Eine neue bayerische Bildungsstelle in Augsburg soll dagegen Konzepte entwickeln.

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Eine Außenstelle der bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit soll neue Konzepte gegen rechte Umtriebe und Hasskommentare im Internet erarbeiten. Um gezielt Extremismus in den sozialen Netzwerken zu bekämpfen, wurde heute in Augsburg der zweite Standort der Landeszentrale offiziell eröffnet. "Wir wollen die Landeszentrale im Bereich der digitalen Bildung stärken", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Augsburg als Ideenschmiede

Die neue Außenstelle soll die politische Bildungsarbeit der Landeszentrale ergänzen. In Augsburg sollen dafür gemeinsam mit der Stadt Angebote entwickelt und erprobt werden. Anschließend werden die Projekte allen Gemeinden im Freistaat zur Übernahme angeboten. Bei einem Projekt der neuen Außenstelle geht es zum Beispiel darum, wie Schüler auf rechte Hetze im Klassenchat reagieren sollen. Ferner werden Argumentationstrainings für junge Menschen angeboten. Um auch Studenten und ältere Bürger zu erreichen, arbeitet die Außenstelle auch mit der Universität Augsburg und den Volkshochschulen zusammen.

Gegen demokratiefeindliche Tendenzen

Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv), sieht in der Eröffnung der Außenstelle der bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in Augsburg einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Er betonte in einer Pressemitteilung: "Medienbildung sowie politische Bildung muss an allen Schulen und Bildungseinrichtungen weiter im Fokus stehen, um jeglichen radikalen, demokratiefeindlichen und fundamentalistischen Tendenzen den Nährboden zu entziehen."

Grüne und FDP bedauern verpasste Chance

Kritik an der Ausgestaltung der neuen Bildungsstelle kommt von der Augsburger Grünen-Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht: Sie bedauere, dass statt der von Markus Söder im Wahlkampf angekündigten 15 neuen Stellen nun nur fünf geschaffen wurden, darunter seien vier mit Pendlern aus München besetzt.

Schuhknecht kritisierte außerdem, dass man die neue Außenstelle nicht in der Halle 116, dem geplanten Erinnerungsort des ehemaligen KZ-Außenlagers von Dachau, angesiedelt habe. Dort hätten sich "schon allein aus der Geschichte des Ortes viele Synergien ergeben" können. Diese Kritik teilt die Augsburger FDP. "Wir hätten uns gut vorstellen können, dass die Außenstelle eine Anker-Einrichtung für die geplante Gedenkstätte wird", so FDP-Stadtrat Lars Vollmar.

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